Trotz Regenwetter Geislinger lassen sich den Hock nicht nehmen

Geislingen / Stefanie Schmidt 23.07.2018
Wenn sich Metal-Jünger verbrüdern und Party-Fans im Regen tanzen, dann ist in Geislingen wieder Hock.

Kapuzenpulli oder Jacke und Schirm sind am Freitag und Samstag die Accessoires, die fast jeder Besucher des Geislinger Hocks dabei hat. „Das Wetter macht mit“, hatte Friedrich Kumpf vom Hockverein beim Fassanstich am Freitagabend noch trotzig optimistisch verkündet. Ganz so sollte es dann doch nicht kommen – der Regen war während des Stadtfestes ein fast ständiger Begleiter. Aber die Geislinger sind schlechtes Hock-Wetter schließlich gewohnt und feierten trotzdem.

Am Freitagabend bringt  die Band „Hot Fudge“ auf dem Kirchplatz jede Menge Farbe ins Regengrau: mit Funk, Soul und einem lebhaften Bläser-Trio, gekleidet in stilvollen Anzügen in Hellblau, Lila und Orange. Am meisten los ist am Abend des ersten Tages aber wohl in der Karlstraße, wo ein DJ wummernde Club-Beats auflegt und eine Traube junger Mensch dicht gedrängt mit ihren Drinks in der Hand Party macht.

Feucht geht es am Samstag weiter. Die Musikschule sagt ihren Auftritt auf der Bühne in der Fußgängerzone ab – die Dauernässe hätte sonst womöglich Instrumente und Elektronik in Mitleidenschaft gezogen. „Die Gaudies“ ziehen ihr Programm am Abend aber natürlich trotzdem durch. Als es gegen 21 Uhr wieder stark zu schütten beginnt, legt die „Party- und Tanzband“ dann aber doch eine Pause ein. Vielleicht gibt es ja bald eine Regenlücke? Hinter der Bühne werden die Wetter-Apps befragt.  „Alle sagen was anderes“, lässt die Band nach etwa einer halben Stunde verlauten. Also geht es weiter mit „Let me entertain you“ und „Shut up and dance“. Damit trifft das Trio genau die Stimmung des Publikums. Denn wer jetzt trotz Regens bleibt, ist fest entschlossen, richtig Spaß zu haben. Auch den Hit des Abends haben „Die Gaudies“ im Programm. Und der heißt natürlich „It’s Raining Men“.

Inzwischen hat sich der Hock sozusagen an die Seitenlinien verlagert. Wer in der Fußgängerzone keinen Platz unter den schützenden Sonnenschirmen findet, zieht seine Bierbank unter Dachvorsprünge und in Hauseingänge. So wird jede auch noch so wenig überdachte Stelle sozusagen zum Mini-Hock-Quartier.

Auf dem Kirchplatz derweil pfeift das Publikum  zum größten Teil auf Regenschutz  – Schirme sieht man dort kaum.  Die Fans der Rock-Band Blackout zelebrieren vor der Bühne Metal- und Hardrock-Klassiker und verbrüdern sich schließlich überschwänglich zu „Warriors of the World“ von „Manowar“.

Ruhiger geht es im Gerberviertel zu, wo die Weinliebhaber beim Kornschreiber, der Weinhandlung Haas und dem stimmungsvollen italienischen Quartier neben dem „Antica Roma“ voll auf ihre Kosten kommen.

Bis weit nach Mitternacht wird in den beiden Hocknächten gefeiert – zum größten Teil friedlich. „Die allermeisten Besucher haben sich super verhalten“, berichtet Jens Rügner, der Leiter des Geislinger Polizeireviers. Doch vor allem nach Ausschankende um zwei Uhr hatten es er und seine Beamten, die von der Göppinger Bereitschaftspolizei unterstützt wurden, mit mehreren stark alkoholisierten Unruhestiftern zu tun

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