Geislingen Geislinger Gymnasien setzen Fokus auf Informatik

Geislingen / Claudia Burst 14.03.2018
Zwei Geislinger Gymnasien haben sich für das Profilfach „Informatik, Mathematik, Physik“ (IMP) beworben. Der Gemeinderat entscheidet am 21. März.

Sowohl für das Helfenstein-Gymnasium (HeGy) als auch für das Michelberg-Gymnasium (MiGy) ist der 21. März ein spannendes Datum. Dann entscheidet der Geislinger Gemeinderat in öffentlicher Sitzung, welche der beiden Schulen den Zuschlag für die Einführung des neuen Profilfachs IMP (Informatik, Mathematik, Physik) im kommenden Schuljahr bekommt. Oder auch, ob er beide Schulen oder keine ins Rennen schickt – letztendlich ist es nämlich das Regierungspräsidium in Stuttgart beziehungsweise das Kultusministerium, das die Entscheidung fällt. Das wird Mitte April geschehen.

Erst im November hat das Kultusministerium im Land die Einführung des neuen Profilfachs IMP beschlossen, im Dezember die Gymnasien dazu aufgefordert, sich für die Einführung zu bewerben. Wie Wolfgang Rapp, der Schulleiter des HeGy berichtet, habe das Regierungspräsidium keine Aussagen dazu gemacht, nach welchen Kriterien es entscheiden wird. „Wir wissen also nicht, wie groß die Chancen sind, dass beide Geislinger Gymnasien den Zuschlag erhalten. Diese Lösung fände ich mehr als wünschenswert“, betont Rapp.

Seit diesem Jahr gibt es an allen allgemeinbildenden Gymnasien ab der siebten Klasse erstmals den Aufbaukurs Informatik. Laut Mitteilung des Kultusministeriums soll das neue Profilfach IMP ab Klasse acht bis zehn (beim G9 ab Klasse neun bis elf ) die Grundkompetenzen in der Informatik vertiefen. Man wolle „ein umfassendes Angebot schaffen, das schlüssig aufeinander aufbaut und den Informatikunterricht altersgerecht ab Klasse sieben bis zum jeweiligen Abschluss führt.“

Damit wolle man im Unterrichtsangebot „auf den digitalen Wandel unserer Gesellschaft reagieren“, wird Kultusministerin Susanne Eisenmann in der Pressemitteilung zitiert. Grundkompetenzen in der Informatik seien heute Teil einer zeitgemäßen Allgemeinbildung.

Diese Meinung vertritt das Michelberg-Gymnasium schon seit den 1990er Jahren. Damals boten Lehrer dort die ersten Informatik-AGs an, seit 2008 können Oberstufen-Schüler dort Informatik als vierstündiges Kernfach belegen. Da das MiGy seit 2015 zu einer von 13 Informatik-Modellschulen im Land gehört, legten im vergangenen Jahr die ersten acht Schüler eine Abitur-Prüfung in diesem Fach ab.

„Wir als G8-Gymnasium versprechen uns als Schule, die auch bisher schon einen Schwerpunkt in Informatik gesetzt hat, eine Profilierung gegenüber dem G9-Gymnasium HeGy und damit einen gewissen Ausgleich bei der Benachteiligung durch das G9“, sagt MiGy-Schulleiter Heiner Sämann. „Allerdings würde dies nur gelingen, wenn nur wir das Profil erhalten würden.“

Rapp sieht keine Konkurrenzsituation: „Ich glaube nicht, dass dieses Profil bei der Schulwahl eine Rolle spielt.“ Seiner Meinung nach sollten alle Schulen diesen Zuschlag erhalten, die die entsprechenden Voraussetzungen wie Räume und Lehrkräfte mitbringen – „weil das IMP eine weitere Zukunftsperspektive ermöglicht“, betont der HeGy-Schulleiter.

IMP als Alternative zu Naturwissenschaft

Das Profilfach IMP (Informatik, Mathematik, Physik) kann von den Schulen alternativ zum bereits bestehenden Profilfach Naturwissenschaft und Technik (NwT) angeboten werden. Im Fokus von IMP steht die Informatik, Inhalte aus Mathematik und Physik werden darauf abgestimmt vermittelt.

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