Licht Geislinger Fuzo soll neu erleuchten

Abends ist es in der Geislinger Fußgängerzone recht dunkel. Die alte Beleuchtung soll daher ersetzt werden, wodurch obendrein Energie gespart werden soll. Für Weihnachten gibt es besondere Pläne. Darum ging es vergangene Woche bei einem Infoabend.
Abends ist es in der Geislinger Fußgängerzone recht dunkel. Die alte Beleuchtung soll daher ersetzt werden, wodurch obendrein Energie gespart werden soll. Für Weihnachten gibt es besondere Pläne. Darum ging es vergangene Woche bei einem Infoabend. © Foto: Markus Sontheimer
Geislingen / Angelina Neuwirth 26.06.2018
Das Beleuchtungskonzept für die Fußgängerzone in Geislingen soll dieses Jahr realisiert werden. Der Augenmerk liegt auf der Weihnachtsbeleuchtung.

Die Laternen in der Fußgängerzone seien „nicht mehr das Gelbe vom Ei“, sagte Karl Vogelmann. „Erstens ist der Stromverbrauch enorm, und zweitens gibt es heute Beleuchtungskörper, mit denen man weit mehr anfangen und die Stadt viel attraktiver machen kann“, erklärte der Fachbereichsleiter des Stadtbauamts weiter. Beim Informationsabend zum Beleuchtungskonzept für die Fußgängerzone vergangenen Donnerstag stellte der Stuttgarter Architekt und Lichtplaner Mario Hägele einen Entwurf vor, in dessen Fokus die Geislinger Fußgängerzone liegt.

„Der Ausgangspunkt für ein neues Beleuchtungskonzept in Geislingen war dringender Handlungsbedarf bei der Weihnachtsbeleuchtung“, sagte Oberbürgermeister Frank Dehmer. Die Installation soll dieses Jahr noch erneuert und mit den 40 000 Euro realisiert werden, die genau zu diesem Zweck zur Seite gelegt wurden (wir berichteten).

Unter den Ideen ist eine Fassadenprojektion nach dem Beispiel der Stadt Como am Comer See in Italien. Dort werden Winterlandschaften an die Hauswände projiziert. „Leuchtet das dann nicht durch die Fenster in die Wohnungen?“, wollte eine Anwohnerin beim Infoabend wissen. Hägele beruhigte sie: „Die Projektionen werden mit einem Programm so eingerichtet, dass sie nur die Gebäudewände bestrahlen. Der Bereich der Fenster wird dabei ausgeschnitten.“

Was das neue Beleuchtungskonzept angeht, erklärte der Lichtplaner den Besuchern: Die Laternen werden durch LED-Leuchten in Form von Fassadenlichtern und Bodenstrahlern ersetzt. „Unsere Orientierung erfolgt zu 80 Prozent an der Vertikalen, an Wänden und Bäumen. Deshalb müssen wir bei einer Stadtbeleuchtung die Vertikalflächen berücksichtigen“, führte Hägele aus. Er betrachtete das Konzept unter zwei Gesichtspunkten: zum einen Energieeffizienz, zum anderen solle Stadtbeleuchtung nicht nur der Beleuchtungspflicht Genüge  tun – sondern auch die Aufenthaltsqualität in den Innenstädten am Abend heben.

Hägele zeigte einige Bildbeispiele, in denen Stadtzentren durch Laternen ausgeleuchtet wurden. Die Lichtstärke maß er an unterschiedlichen Stellen, das Ergebnis: Erleuchtete Schaufenster waren die hellste Lichtquelle, die Laternen kamen auf weitaus geringere Werte, und auf den Straßen – dort wo Licht zur Orientierung notwendig ist – war die Lichtstärke kaum noch messbar. Der Lichtplaner sprach außerdem das Problem an, dass bei falscher Beleuchtung nasse Bodenflächen anfangen zu spiegeln, und so für Menschen, die beim Gehen unsicher sind, zur Gefahr werden können.

Hägeles Aufgabe am Donnerstag war aber nicht nur die Vorstellung der Ausarbeitung. Viele Anwohner der Fußgängerzone hatten Bedenken und Fragen. „Ist es gewährleistet, dass es keine Verminderung der Lebensqualität gibt?“, fragte ein Hausbesitzer. „Diese Frage kann ich guten Gewissens mit ‚Ja‘ beantworten. Wir können uns nicht leisten, dass Licht ins Haus kommt“, sagte Hägele und erklärte detailliert, wie das Beleuchtungskonzept eingesetzt werden soll. Dennoch schien der Anwohner nicht ganz beruhigt. „Obliegt es dem Hausbesitzer, darüber zu bestimmen, ob die Leuchten montiert werden?“, wollte er noch wissen und versicherte sich, ob auch wirklich nur die Stadt für die Kosten der Anbringung aufkommen muss.

Auch Seitenstraßen im Visier

Im ersten Abschnitt des Konzepts soll die Beleuchtung in der Fußgängerzone ausgetauscht werden, im nächsten auch die der Seitenstraßen. „Wenn alles gut geht, ist es in fünf oder sechs Jahren umgesetzt, sofern es die wirtschaftliche Lage erlaubt“, zeigte sich Hägele optimistisch.

Er erklärte auch, weshalb die LED-Leuchten den Laternen gegenüber einen Vorteil haben: Um die Straßen gleichmäßig auszuleuchten, müssten die Laternen sehr flach strahlen und kämen so schnell in das Sehfeld der Menschen, blenden sie. Wird eine Leuchte aber weiter oben an einem Gebäude montiert, kann enger gestrahlt werden.

Ein weiterer Vorteil sei die Energieeinsparung, erklärte Hägele: „Zwischen 23 und 0 Uhr werden die Fassadenlichter abgeschaltet und die Bodenstrahler um die Hälfte gedimmt. Bei Laternen geht das nicht, dort wird nur jede zweite ausgeschaltet, und dazwischen ist es dann richtig dunkel.“

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