Als am Morgen noch dicke Schneeflocken vom Himmel fielen, hofften viele, dass der Schnee am Abend die Dächer der Budenstadt bedecken würde. Doch zur offiziellen Eröffnung am Abend setzt pünktlich der Regen ein. Walter und Gerti Kanya machen das Beste daraus. Mit Glühwein, Freunden und unter Regenschirmen genießen sie trotzdem den Weihnachtsmarkt. „Ich finde den Markt wunderschön. Gegen den Regen kann man ja nichts machen“, sagt Gerti Kanya lachend.

Aus den Hütten der Budenstadt strahlen die Lichter, in manchen dampft frischer Glühwein und Düfte von Waffeln und Crepes breiten sich in den Gassen zwischen den Buden aus.

Stadtkapelle Geislingen spielt „Alle Jahre wieder“

Unter der Leitung von Alexander Bilgery spielt die Stadtkapelle Geislingen „Alle Jahre wieder“, und Oberbürgermeister Frank Dehmer eröffnet den Weihnachtsmarkt um 18.15 Uhr mit einem Gedicht, das ihm Günter Riebort, Bürgermeister aus Hohenstadt, geschickt hat: „Ich wünsche dir zur Weihnachtszeit ein Päckchen voll Gelassenheit, die dir die Weihnachtstage rettet, die Wogen voller Hektik glättet.“

Nachdem Dehmer die Wünsche an die Zuhörer am MAG-Eingang weitergegeben hat, werden die schönsten Stände prämiert, die von einer unabhängigen Jury bewertet wurden. Bei den Essensständen siegt Striezelmann vor der Tierhilfe Obere Roggenmühle und Barbara Bay. Bei den Verkaufsständen setzt sich Szilvia Frank Biro durch vor Kurt Stäb und der Freien Waldorfschule.

Polizei-Chef Jens Rügner über Weihnachtsmarkt: „Immer besinnlich, friedlich und nett“

Geislingens Polizeichef Jens Rügner erwartet keinerlei Probleme auf dem Weihnachtsmarkt: „In den vergangenen Jahren war es hier immer besinnlich, friedlich und nett.“ Fußstreifen seien aber natürlich unterwegs. Falls es doch zu Störungen komme, greife die Polizei ein, sagt Rügner.

Wie in jedem Jahr ist er am Morgen mit Feuerwehr-Kommandant Jörg Wagner und Ordnungsamtleiter Philipp Theiner über den Weihnachtsmarkt gegangen. Sie prüften unter anderem, ob die Rettungsgassen frei sind und ob Händler, die Alkohol verkaufen, einen Aushang mit dem Jugendschutzgesetz haben.

Besucherin: Weihnachtsmarkt ist „süß“

Zusammen mit Walter und Gerti Kanya sind Monika und Rudi Brechelmacher auf den Weihnachtsmarkt gekommen. Letzterer schwärmt vom Ambiente in der Oberen Stadt: „Der Markt hier ist so herrlich umrahmt von den Fachwerkhäusern.“ Monika Brechelmacher findet den Weihnachtsmarkt „süß“. Insgesamt gibt es 46 Stände in der Budenstadt.

In der Stadtkirche unterhalten sich die Menschen im Kirchencafé – seit 25 Jahren kommen Gäste, um sich bei Kaffee und Kuchen auszutauschen. Mehr als 4000 Kuchen sind in all diesen Jahren gebacken worden, wie Anita Gröh vom Evangelischen Dekanatsamt Geislingen informiert.

Während die Menschen ihren Glühwein trinken und miteinander reden, schaut sich Ordnungsamtsleiter Philipp Theiner auf dem Markt um. Er freut sich, dass die Ständebetreiber so großen Aufwand in ihre Hütten gesteckt haben. „Da ist viel Herzblut drin“, sagt er.

Jugendrotkreuz und Jugendfeuerwehr im Einsatz

Beim Jugendrotkreuz sind übers Wochenende 15 bis 20 Mitglieder im Einsatz, erzählen Anika Fink und Lisa Laschitsch-Greiner. „Ich bin schon seit 8 Uhr da“, sagt Anika Fink elf Stunden später. Die Zeit vergehe aber schnell und es mache Spaß. Bei der Jugendfeuerwehr zieht Jugendwart Fabian Bühler ein ähnliches Fazit: „Es lohnt sich hier zu sein. Der Markt schweißt uns zusammen.“ Die Einnahmen, die beim Verkauf von Würstchen und Glühwein zusammenkommen, gehen in die Jugendkasse.

Natürlich verlocken auf dem Weihnachtsmarkt auch die Preise der GZ-Tombola dazu, sich Lose zu  kaufen. Viele Besucher drängen sich um die Glückseimer, um bei der GZ-Aktion „Gemeinsam geht’s besser“ mitzumachen.