Uwe Mayer, Fotograf, Filmemacher und der Leiter des VHS-Fotoclub Rechberghausen ist mit seinen Teilnehmern in Geislingen gewesen. Ihr Thema war „Ab­straktes“. Daraus ist eine Ausstellung entstanden, die am Samstag, 29. September, um 18 Uhr im Geislinger Mehrgenerationenhaus in der Schillerstraße 4 eröffnet wird.

Wie kam es zu Ihrem Fotoclub, der mittlerweile schon einige Ausstellungen bestückt hat?

Uwe Mayer: Im Vorfeld der Gartenschau in Rechberghausen 2009 habe ich vorgeschlagen, einen Gartenschau-Fotoclub zu installieren. Er wurde über die VHS ausgeschrieben, kam auch zustande, und aus den vielen tollen Fotos entstand zum Abschluss die Ausstellung „Farbenfänger“ im Rathaus Rechberghausen. Den Teilnehmern gefiel das Konzept so gut, dass sie weitermachen wollten. So wurde der Fotoclub in das Programm der Schurwald-VHS aufgenommen und existiert jetzt im zehnten Jahr.

Welches Konzept liegt dem Fotoclub denn zugrunde?

Das Konzept ist immer noch unverändert: In jedem Semester legen die Mitglieder drei Themen fest, die meist am Wochenende mit einer Foto-Exkursion geübt und umgesetzt werden. Dazu gibt es jeweils einen Abend zur Vorbesprechung und Vorbereitung des Themas und einen Abend zur Nachbesprechung und Präsentation der Ergebnisse. Pro Semester haben wir also neun Termine.

Welche Vorteile haben Hobby-Fotografen, wenn sie sich zu einem Club zusammentun?

Einem Fotoclub wie dem unseren sind viele Projekte möglich, die eine Einzelperson nicht umsetzen könnte. Wir bekommen zum Beispiel viel einfacher die Erlaubnis, in alten Fabriken, auf Schrottplätzen und im Theater zu fotografieren. Oder wir machen gemeinsam Ausstellungen, Kalender, Kataloge oder Fotoaktionen bei Veranstaltungen. In den zehn Jahren gab es neben vier Kalenderproduktionen bereits sechs Ausstellungen im Kreis Göppingen.

Und wie kam es zu der Ausstellung, die jetzt in Geislingen eröffnet wird?

Karin Schnapka vom Mehrgenerationenhaus ist bei einer Ausstellung auf uns aufmerksam geworden und hatte die Idee, in Geislingen mal eine Ausstellung zu machen.

Mit welchem Thema kamen die Teilnehmer zum Fotografieren nach Geislingen?

Im ersten Semester 2018 wählten sie das Thema „Abstrakte Fotografie“ . Wie fast immer ergaben sich im Laufe der Vorbereitung viel mehr Aspekte als anfänglich gedacht. Durch die Beschäftigung damit wurde den Teilnehmern erst so richtig klar, was Abstraktion überhaupt bedeutet in Bezug auf die Fotografie.

Wie hat der Fotoclub das Thema schließlich umgesetzt?

Wir haben uns in Geislingen getroffen, um die abstrakten Fotos für die Ausstellung zu machen. Wer ein Bild beisteuern wollte, musste es in Geislingen oder der nahen Umgebung gemacht haben. Jeder Teilnehmer kann ein großes und ein kleineres Foto aufhängen.

Was erwartet die Besucher der Ausstellung?

Die Besucher werden cirka 30 großformatige Fotos aus dem Raum Geislingen zu sehen bekommen und dabei eine „wirkliche unwirkliche, abstrakte Sicht auf Reales“ erhalten. Manche Motive und Orte sind auf den ersten Blick klar zu erkennen, doch dann entschwinden sie der Realität – manche sind erstmal unergründlich und werden realer, je länger man sich damit beschäftigt. Vor allem wer meint, seine Stadt zu kennen, wird oft eine Überraschung erleben.

Info Bei der Vernissage mit Häppchen und Getränken am Samstag ab 18 Uhr werden alle ausstellenden Mitglieder anwesend sein und zur Diskussion und für Fragen zur Verfügung stehen. Die Ausstellung kann bis zum 17. November während der Öffnungszeiten des Mehrgenerationenhauses in der Schillerstraße 4 besucht werden. Weitere Infos zum Fotoclub: www.vhs-fotoclub.org

Zur Person


Zusatzinfo zu meiner Person:

Ich arbeite seit 20 Jahren als Eventmanager, Dozent Fotograf und Künstler und gebe jährlich 50 bis 60 Kurse und Workshops im Bereich Medien, Film, Video, Fotografie, Film- und Bildbearbeitung. Bis Juli dieses Jahrs hatte ich ein eigenes Fotostudio in Göppingen. In der Zukunft werde ich mich nur noch auf meine Dozententätigkeit konzentrieren.

Als Eventmanager organisiere ich noch die Göppinger Kultur-Nacht und das Programm mit Technik und Künstlern für den Geislinger Hock (seit 15 Jahren).