GEDANKEN ZUM SONNTAG: Singet dem Herrn

SWP 23.04.2016

Stellen Sie sich vor, Sie sind zum Geburtstag bei einem guten Freund eingeladen und der wünscht sich als Geburtstagsständchen von jedem Gast eigene Töne.

Alle sind eingeladen, auf ein Zeichen hin loszusingen. Egal mit welchem Ton. Jeder mit dem, der ihm gerade so über die Lippen kommt. - Und alle Gäste machen mit.

Am Anfang fängt einer etwas vorsichtig an, und ein paar Mutige - vielleicht die, die ohnehin irgendwo im Chor oder Verein singen - stimmen schnell mit ein. Bald singen alle kreuz und quer. Mal wird das Tönen lauter, mal leiser, mal klingt es wie ein vielstimmiger Chor, dann mischen sich auch wieder ein paar schräge Töne dazu, das klingt interessant. Immer mehr trauen sich die einzelnen Gäste mit ihrer Stimme zu spielen. Das Ganze fängt an, allen Spaß zu machen. Egal welche Töne gesungen werden, es ergibt sich immer eine Harmonie. Und wenn nach einiger Zeit das Tönen ausklingt, dann merken alle, dass das wirklich gut tat.

Der morgige Sonntag heißt in der evangelischen Kirche Kantate. Das heißt übersetzt "singt", und er bezieht sich auf einen Psalm, der so beginnt: "Singt dem Herrn ein neues Lied."

Gott ein Lied singen, das tun wir, wenn wir uns trauen mit unserer ganz eigenen Stimme mit unserer ganz eigenen Art hörbar zu werden. Gott freut sich an der Vielstimmigkeit seiner Schöpfung.

Mit diesen Gedanken wünsche ich Ihnen einen gesegneten Sonntag.

Ulrike Ebisch ist Pfarrerin der

evangelischen Kirchengemeinde

Geislingen-Altenstadt