Geislingen an der Steige Gebürtiger Geislinger Frank Dehmer will OB werden

Will in Geislingen Oberbürgermeister werden: Frank Dehmer (40).
Will in Geislingen Oberbürgermeister werden: Frank Dehmer (40).
Geislingen an der Steige / RODERICH SCHMAUZ 25.03.2014
Es gibt einen ersten Herausforderer von Wolfgang Amann um das Amt des Oberbürgermeisters in Geislingen: Diplom-Betriebswirt Frank Dehmer (40).

Frank Dehner, 40, verheiratet, zwei Kinder, katholisch, gibt zu, seine Kandidatur seit Langem ins Auge gefasst zu haben. In Altenstadt aufgewachsen, in Kuchen wohnhaft und seit jeher TVA-Mitglied, leitet er seit zehn Jahren das Referat für Hallen, Märkte, Stadtmarketing und Tourismus in der Göppinger Stadtverwaltung, in dem 25 Mitarbeiter beschäftigt sind. Der Diplom-Betriebswirt hat nach dem Abitur am Geislinger Wirtschaftsgymnasium und dem Zivildienst an der Berufsakademie Ravensburg Tourismus und Betriebswirtschaft für Hotel- und Gastronomiemanagement studiert. Und er hat sich danach gezielt fortgebildet: Er besuchte das Seminar für Führungskräfte von Würth; zweieinhalb Jahre absolvierte er in Ludwigsburg einen Masterstudiengang für Verwaltungsmanagement.

Der parteipolitisch ungebundene Dehmer sagt zum Motiv für seine Bewerbung, er sei mit wesentlichen Weichenstellungen in Geislingen nicht einverstanden. Auch wenn er kommunalpolitisch in Geislingen bisher nicht in Erscheinung getreten sei, habe er die Entscheidungen von Gemeinderat und Verwaltung interessiert verfolgt. Dehmer will zum jetzigen frühen Zeitpunkt zu Zielen und Kritikpunkten nicht zu viel preisgeben, zumal nun zuerst die Kommunalwahlen anstehen. Dehmer findet aber, dass Bürgerbeteiligung in Geislingen "nur als Alibi betrieben" werde - Beispiel Nel Mezzo. "Bei Großprojekten muss man die Bevölkerung viel früher einbinden", sagt er.

Er habe vor dem Entschluss zur Bewerbung die Stimmungslage vor Ort sondiert und viel Unzufriedenheit gespürt, sagt Dehmer. Zum Beispiel wegen der Verschuldung der Stadt, die bereits jetzt mit Blick auf die Eigenbetriebe hoch sei und laut Finanzplanung noch wesentlich steigen werde.

Die Geislinger Ratsfraktionen erklärten gegenüber der GZ, sie würden keinen Gegenkandidaten zu OB Amann suchen. In Ratssitzungen herrscht meist große Harmonie. "Auch das gibt mir zu denken", kontert Dehmer. Der Gemeinderat hinterfrage Vorhaben der Verwaltung zu wenig kritisch. Warum kandidiert Dehmer nicht erst mal in einer kleineren Gemeinde als Schultes? Er wolle nur in Geislingen Oberbürgermeister werden, versichert er. "Das ist eine Herzensangelegenheit. Mir gehts nur um diese Stadt."


Die OB-Wahl in Geislingen ist am Sonntag, 29. Juni. Amtsinhaber Wolfgang Amann (54) hat angekündigt, sich um eine dritte Wahlperiode (acht Jahre) zu bewerben.

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