Gebet – Sprechen in mir

Josef Priel	Foto: Sabine Priel
Josef Priel Foto: Sabine Priel © Foto: Sabine Priel
SWP 15.10.2016

Manchmal ertappe ich mich, wie ich mit mir selber rede, wie ein innerer Dialog stattfindet. Meist finden solche inneren Dialoge nach Gesprächen und Begegnungen mit anderen Menschen statt. Ich überlege mir, was und wie ich meine Gedanken besser, klarer und vor allem überzeugender hätte darlegen können.

Ein anderes Mal merke ich, dass mich bestimmte Gedanken nicht loslassen, dass sie mich noch bis in den Abend oder gar in die Nacht hinein verfolgen. Oft sind solche Gedanken durch gefühlsmäßige Ereignisse oder Erlebnisse motiviert. Wenn ich mich nicht geachtet und wertgeschätzt fühle oder wenn ich etwas falsch gemacht habe, dann mache ich mir meist noch viele und lang Gedanken.

In solchen Situationen ist es hilfreich erstens festzustellen, von welchen Ereignissen diese Gefühle ausgelöst werden und zweitens zu schauen, auf welche Bedürfnisse diese Gedanken und Gefühle zurückzuführen sind, zum Beispiel auf mein Bedürfnis nach Bestätigung.

Jetzt kann man versuchen, die den Gedanken und Gefühlen zugrundeliegenden Bedürfnisse loszulassen. Es ist wichtig, dass man, b e v o r das Gefühl, die die üblichen inneren Kommentare in Gang setzten, versucht, die zugrundeliegenden Bedürfnisse loszulassen.

Man kann versuchen, sich immer wieder solche Dinge zu sagen wie: „Ich gebe mein Verlangen nach Bestätigung auf.“ „Es ist nicht wichtig, wie perfekt ich bin.“…

Je nachdem wie mein Bedürfnis nach Lob, nach Sicherheit, nach Kontrolle, nach Reichtum aussieht, muss mein „Loslassensatz“ aussehen. Wenn Kontrolle zum Beispiel für mich notwendig ist, damit ich glücklich sein kann, muss ich mir immer wieder sagen: „Ich gebe mein Verlangen nach Kontrolle auf.“

Neben dem Loslassen von Bedürfnissen können auch positive Sätze hilfreich sein. Sätze wie: „Es kommt darauf an, zu tun, was gut ist, was dem Frieden dient.“ „Es kommt darauf an, zu tun, was Gott will.“

Wenn Jesus sagt „Betet ohne Unterlass“, meint er nichts Abgehobenes, sondern wirkungsvolles, aus meinem Leben heraussprechendes Gebet und mein Leben und meinen Alltag gestaltendes Gebet. Dann meint er, dass man sich am Wahren und Guten orientieren und manch eigene Glücksvorstellungen lassen soll, so dass gilt: „Sein Wille geschehe!“

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