Geschichte Gäste stürmen Bruningesheim

Die „Helfensteiner“ gaben beim Fest einen Einblick in das Leben im Mittelalter.
Die „Helfensteiner“ gaben beim Fest einen Einblick in das Leben im Mittelalter. © Foto: Markus Sontheimer
Bräunisheim / Ernst Häge 03.07.2018

Wir wollen es heute gemütlich angehen, damit die Bräunisheimer auch was vom Fest haben. Morgen brauchen wir jeden, um das Fest zu stemmen“, stimmte Ortsvorsteher Steffen Schittek die rund 200 Besucher auf den unterhaltsamen Dorfabend am Samstag im Festzelt ein.

Danach übernahm Voralbkommödiant Thomas Schwarz die Regie. Er habe extra seinen Juni-Urlaub für die Bräunisheimer verschoben, behauptete der Entertainer kess – worauf sich ein Teil seines Programms auch gleich aufs verpasste Ereignis konzentrierte. Neben Kalauern wie zum Unterschied von  Mafia und Bahn („Die Mafia ist organisiert“) präsentiert  Schwarz sich unter anderem als ,,Vereinsmeier“ und vielfältig zu verwendendes Mitglied. Nach gut 90 Minuten Unterhaltung gab es viel Beifall für den Humoristen. Für musikalische Unterhaltung sorgte im Anschluss Achim Kustermann in bewährter Weise am Keyboard.

Dorf ist älter als 875 Jahre

Der Festsonntag wurde mit einem Gottesdienst eingeläutet, bei dem Kinder und Kirchengemeinderäte die Apostelgeschichte  spielten. Pfarrerin Maren Pahl und Kirchengemeinderätin Sabine Vogel hatten das Stück einstudiert. Die Lieder beim Kirchgang begleitete Daniela Fitterling am Keyboard. Ortsvorsteher Steffen Schittek dankte in seinem Grußwort für die schöne Gestaltung des Gottesdienstes und ging aufs Jubiläum ein. Wenn Bräunisheim 2018 seinen 875. Geburtstag feiere, sei das eigentlich falsch. Es sei ziemlich sicher, dass dieses in einer Stiftungsurkunde erwähnte Bruningesheim  schon länger existieren müsse. Der Ortsvorsteher dankte schließlich Landfrauen, Feuerwehr, Kirchengemeinderäten, Ortschaftsrat und allen freiwilligen Helfern, ,,die einen unglaublich wichtigen Beitrag zu diesem Fest geleistet haben“. Amstettens Bürgermeister Johannes Raab erinnerte an die  erstmalige Erwähnung von Bräunisheim im Jahre 1143. Es sei eine harte Zeit gewesen: Bildung war tabu. Wer gegen die herrschende Obrigkeit aufbegehrte, wurde einen Kopf kürzer gemacht. Außerdem hätte die Bevölkerung unter Krankheiten, Seuchen und kriegerischen Auseinandersetzungen gelitten. Heute sei Bräunisheim geprägt durch eine intakte Dorfgemeinschaft, auf die nicht nur alle Bräunisheimer, sondern alle Amstetter stolz sein könnten.

2000 Besucher am Sonntag

Zur Mittagszeit herrschte ums Festgelände der  Ausnahmezustand. Die Parkplätze waren im Nu belegt, Beobachter schätzen, dass rund 2000 Besucher aufs  Festgelände strömten. Dort warteten nicht nur ein reichhaltiges Mittagessen und leckere von den Landfrauen selbst gebackene Kuchen, sondern auch eine kleine Mittelalter-Schau:  Die ,,Helfensteiner“ gewährten in ihrem Zelt Einblicke, wie der Alltag im Mittelalter aussah. Herbert Häbich demonstrierte  dazu an glühend heißer Esse und Amboss schweißtreibende  Schmiedekunst. Gemütliche Kutschfahrten mit Familie Hahn aus Sontbergen rundeten das bunte Rahmenprogramm ab. Die musikalische Umrahmung am Sonntag übernahm zunächst die Feuerwehrkapelle Amstetten, die sich mit ihrem Gesangsduo Sabrina Schmid und Dirigent Harry Zimmermann in die Herzen der Gäste sang.  Zum Ausklang griffen die Stammtischmusikanten zu ihren Instrumenten.

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