Konzert Furiose Improvisationen auf dem Piano

Die Band „Tankus the Henge“ zeigte in Geislingen ihre wilden Seiten mit akrobatischen Gesangseinlagen.
Die Band „Tankus the Henge“ zeigte in Geislingen ihre wilden Seiten mit akrobatischen Gesangseinlagen. © Foto: Konstantin Heidemann
Geislingen / Konstantin Heidemann 24.02.2018

Grandios und hoch professionell präsentierte sich die Londoner Band „Tankus the Henge“ am Donnerstagabend bei MieV in der Geislinger Hauptstraße 134. Völlig abgedreht heizten die sechs Briten mit  Rock’n’ Roll, Gypsy Jazz, Ska und New Orleans Music der noch jungfräulichen Bühne in der alten Lkw-Waschhalle ein.

„You can do Anything“ heißt ihre aktuell erschienene EP, mit der sie gerade durch Europa touren. Von gewaltiger Spielfreude angetrieben rocken die flippigen Musiker aus dem Königreich auf Gitarre, Klavier, Schlagzeug, Bass, Posaune und Saxofon. Mitten auf der Bühne hat sich Sänger und Keyboarder Jaz Delorean mit seinem alten umgebauten Klavier platziert, was eineinhalb Stunden lang zum Mittelpunkt ihrer musikalischen Bühnenshow wird.
„Tankus the Henge“ ist so eine facettenreiche Band, sie springen durch alle Zeiten, können aber auch alles spielen; angefangen von dem goldenen 1960er-Jahre-Sound aus dem Königreich über New Wave der 1980er bis hin zu modernem Balkan ist für „Tankus the Henge“ alles kein Problem.

Furiose Improvisationen auf dem umgebauten E-Piano/Klavier und wilde schnelle Duelle zwischen Posaune und Saxofon bestimmen das ganze Programm und die durchweg fast theatralische Show. Mit „You can do Anything“, der erste Titel ihrer mitgebrachten EP, bringen die Engländer das Publikum  im Handumdrehen zum Mitsingen. Scheinbar spielend steckt der charismatische, stimmgewaltige Frontmann Jaz Delorean die Gäste mit seinem Refrain an und alle machen begeistert mit.

Doch richtig super schnell geht’s beim nächsten Titel „Last Night in New Orleans“ zur Sache, mit einem Hochgeschwindigkeitsbattle zwischen Joao Mello (Tenor-Saxofon) und  George Simmonds (Posaune) kommt ordentlich Schwung in die bis oben hin gekachelte Waschhalle.   Bei ihren aktuellen Songs „Love me at the End“, „Two Steps ahead“ und „Rain on a Sunday“ zeigen sich auch die wechselhaft wilden Seiten von „Tankus the Henge“, die auch mal tiefgründig dunkel sind. Während sich Gitarrist Tim Fulker, Drummer Jamie Shaw und Bassist zur grenzenlos melodischen Rhythmussektion einen, glänzt Frontmann Jaz Delorean mit freiem Oberkörper zwischen seinen virtuosen Klaviersolos auch mit akrobatischen Gesangseinlagen auf dem Klavier. Mit gerade mal 32 Jahren gilt der Frontmann in Kennerkreisen als einer der begnadetsten Keyboardspieler der Rock’n’ Roll-, Gypsy-Jazz-Szene Englands und wird mittlerweile in ganz Europa auf großen Festivals gefeiert.

Auch die Zuhörer bei MieV scheinen zunehmend mehr aus dem Häuschen zu sein. „Tankus the Henge“ generieren einen Groove, der es einem fast unmöglich macht, stillzustehen – eigentlich kann sich dieser Stimmung niemand entziehen. 

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