Der Geislinger Küchengeräte-Hersteller WMF wird offenbar verkauft. Laut Agenturberichten soll ein Bieter aus Frankreich die Nase vorn haben. Der Verkauf sollte schon am Montag verkündet werden, berichtete am Montag die Nachrichtenagentur Bloomberg. Die Gespräche dauerten aber noch an. Von der WMF-Führung in Geislingen und auch von KKR war deshalb bis in die Abendstunden nichts genaueres zu erfahren. Wochenlang hatten sich zuvor Gerüchte gehalten, der Finanzinvestor KKR könnte die Firma womöglich zerschlagen und Teile an chinesische Investoren verkaufen. Dass nun eine französische Aktiengesellschaft die WMF übernimmt, kommt überraschend.

Bloomberg geht davon aus, dass KKR damit ein lukratives Geschäft gemacht hat. Insidern zufolge habe sich KKR einen Verkaufserlös in Höhe von mehr als 1,5 Milliarden Euro erhofft. Wie das Handelsblatt berichtet, sei die WMF-Gruppe zum Zeitpunkt des Einstiegs der KKR 2012 noch mit 600 Millionen Euro bewertet worden. Neben den Chinesen und SEB hätten auch Electrolux und die italienische Firma De Longhi Interesse an WMF gezeigt.

Bei der SEB-Gruppe handelt es sich um die börsennotierte Société d'Emboutissage de Bourgogne (Burgunder Blechstanzgesellschaft), einem Hersteller von Elektrokleingeräten und Kochgeschirr mit Sitz in Écully nahe Lyon. Zur SEB-Gruppe gehören bekannte Marken wie Moulinex, Krups und Rowenta. Erst vor einer Woche hat SEB den deutschen Thermoskannen-Hersteller Emsa übernommen.