Silvester Feuerwerk in der Altstadt ist ein Tabu

In Geislingens Altstadt ist Feuerwerk nicht erlaubt.
In Geislingens Altstadt ist Feuerwerk nicht erlaubt. © Foto: dpa
RA 27.12.2017
Zum Jahres­wechsel dürfen in der Geislinger Altstadt keine Raketen und Böller gezündet werden.

Silvester naht und damit der Jahreswechsel. Gefeiert wird das üblicherweise mit Partys und dem obligatorischen Feuerwerk um Mitternacht. Dabei werden Raketen abgeschossen und Böller gezündet. Abgesehen davon, dass diese Pyrotechnik nicht ganz ungefährlich bei der Handhabung ist, weshalb sie auch nur von Erwachsenen gezündet werden darf, erwachsen Gefahren auch aus abgeschossenen Leuchtkörpern, besonders in Altstadtquartieren. In Tübingen brannte vor Jahren in der Altstadt ein historisches Haus wegen eines Feuerwerkkörpers vollständig ab.

Wertvolle Kulturdenkmäler

Die Stadt Geislingen – wie auch andere Städte in der Region zwischen Stuttgart und Ulm – besitzt eine intakte historische Altstadt mit vielen Holzfachwerkhäusern. Gerade die Geislinger Holzbauweise ist ein Kleinod, vor allem mit ihren stattlichen Gebäuden wie etwa dem Alten Zoll oder dem Alten Bau, der zudem wertvolle heimatgeschichtliche Samm­lungen beherbergt. Aber auch das Alte Rathaus, das Dekanat, das Kohn’sche Haus, das Pfarrhaus und viele andere historische Gebäude sind Kulturdenkmäler dieser Stadt und deshalb besonders wertvoll.

Nach den gesetzlichen Bestimmungen (Paragraf 23 Abs. 1 der Ersten Sprengstoffverordnung) ist Silvesterfeuerwerk in der unmittelbaren Nähe von Fachwerkhäusern als besonders brandgefährdeten Gebäuden verboten. Dies betrifft vor allen Dingen eine historische Altstadt, aber natürlich auch alleinstehende Gebäude, teilt die Stadtverwaltung mit.

Es geht auch um Lärmschutz

Zudem ist auch das Abbrennen von Feuerwerkskörpern in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen aus Gründen des Lärmschutzes generell verboten. Darauf weisen in diesen Tagen die Ordnungsämter der Städte und die Kommunen hin. Tierfreunde wissen,  dass Haustiere ganz besonders unter Feuerwerk leiden. Explodierende Raketen und Böller werden von Tieren als potenzielle Gefahr wahrgenommen, die sie panisch reagieren lässt, sagen Experten. Sinnvoll ist es, die Tiere in der Silvesternacht zu schützen. Die Kommunen bitten dringend die Bevölkerung, das Abbrennverbot zum Schutze historischer Bausubstanz unbedingt einzuhalten. Zuwiderhandlungen können mit einer Geldbuße bis zu 1000 Euro belegt und geahndet werden.