Ein simpler Fön, der vergessen wurde auszuschalten, hat dafür gesorgt, dass die Degginger am Samstag jäh aus ihrer Mittagsruhe gerissen wurden. Mehrere Feuerwehrautos und ein Krankenwagen der Johanniter fuhren mit Blaulicht und Martinshörnern zum Seniorenzentrum St. Martin. Denn dort fand die diesjährige Hauptübung der Freiwilligen Feuerwehr Deggingen mit ihren Löschzügen Deggingen und Reichenbach statt und das Szenario sah vor, dass eben jener Fön ein Feuer ausgelöst hatte.

Feuerwehrübungen in Kuchen und Gingen Diesmal sind Schaulustige erwünscht

Gingen

Für die Bewohner des Seniorenzentrums, viele von ihnen mit Rollatoren und einige mit Rollstühlen unterwegs, war diese Übung bei herrlichem Herbstwetter eine interessante Sache und zugleich Gelegenheit, den Pflegeheimalltag einige Zeit hinter sich zu lassen. Sie versammelten sich wie auch die zahlreichen weiteren Zuschauer aus Deggingen, unter ihnen Deggingens stellvertretender Bürgermeister  Michael Bittlinger und Reichenbachs Ortsvorsteherin Klothilde Maier-Brandt sowie mehrere Gemeinderäte, vor dem Haupteingang des Seniorenzentrums.

Vergessener Fön sorgt für Einsatz der Feuerwehr Deggingen

Kommandant Gerhard Aßfalg erklärte, dass es im Friseursalon des Pflegeheimes im Westflügel des ersten Obergeschosses zu einem Brand gekommen sei. Dort sei vergessen worden, einen Fön auszuschalten. Zwei Personen aus dem Friseursalon hätten sich aufs Flachdach retten können, dabei brach sich eine Person einen Fuß. Da die Gänge gemäß des Übungsszenarios stark verraucht sind, würden außerdem mehrere Personen im Aufenthaltsraum festsitzen oder auch auf der Verbindungsbrücke im zweiten Obergeschoss stehen und herunter zu springen wollen.

Stefan Heilig macht sich ein Bild von der Lage

Nachdem der Hausmeister des Seniorenzentrums über den Notruf 112 den Alarm ausgelöst hatte, ging es Schlag auf Schlag. Im ersten eintreffenden Fahrzeug saß der stellvertretende Kommandant Stefan Heilig als Einsatzleiter, der sich sofort ein Bild vom Einsatzort machte und der Mannschaft des nächst eintreffenden Löschfahrzeugs HLF 20 um Gruppenführer Thomas Steimle die Anweisungen gab. Diese Mannschaft baute auch einen sogenannten Sprungretter  auf, in den die Personen auf dem Verbindungssteg hätten springen können, um sich zu retten. Allerdings seien, wie Kommandant Aßfalg per Mikrofon erläuterte, solche Sprünge bei Übungen nicht erlaubt.

Marco Bucher ist Gruppenführer im LF 10 aus Reichenbach

Das Team im Löschfahrzeug LF 10 aus Reichenbach mit Gruppenführer Marco Bucher baute die Wasserversorgung auf und unterstützte bei der Rettung der Menschen, wie auch die Besatzung des LF 8 um Jürgen Knaupp, die den Verletzten mit einer Schleifkorbtrage in Sicherheit brachten. Dabei handelt es sich um eine Tragbahre, die an Seilen gesichert eine schräg angestellte Leiter herunterrutscht. Übergeben wurde der Verletzte, bei dem es sich um eines von acht Mitgliedern  der Jugendfeuerwehr handelt, den Johannitern unter Leitung des stellvertretenden Rettungswachenleiters Frank Bauer und zwei sich in Ausbildung zu Notfallsanitätern befindlichen jungen Kolleginnen.

Wie die Zuschauer der Übung erkennen konnten, ist die Freiwillige Feuerwehr Deggingen gut aufgestellt. Feuerwehrkommandant Gerhard Aßfalg dankte nach der Hauptübung dem Leiter des Seniorenzentrums St. Martin, Alexander Funk, für Übung  am und im Pflegeheim.

Info Bei dieser Übung hat es sich mehr um eine Schauübung gehandelt, um der Bevölkerung die Arbeit der Feuerwehr besser zu erklären. Eine weitere Einsatzübung am Seniorenzentrum erfolgt demnächst noch mit der Freiwilligen Feuerwehr Bad Ditzenbach.