Geislingen Fester Glaube an Demokratie

Geislingen / AN/Jugendredaktion 14.09.2018
Mitglieder des Jugendgemeinderates in Geislingen äußern sich zur Demokratie.

Mitglieder des Jugendgemeinderates in Geislingen äußern sich zur Demokratie und beleuchten dabei von unterschiedlichen Seiten, welchen Stellenwert Politik in den Leben junger Menschen einnimmt.

„Beim JGR nehmen wir aktiv an der politischen Entwicklung der Stadt Geislingen teil“, sagt Roman Retsch. „Wenn ich die Freiheit habe, das sagen zu können, was mir auf dem Herzen liegt – egal um welches Thema es geht – dann ist das Demokratie. Sie ist wichtig für junge Menschen, weil es dabei um unsere politische Zukunft geht“, fügt der 18-jährige Schüler aus Wiesensteig hinzu.

Vorfreude auf Wahl

Till Drechsler aus Geislingen sieht das ähnlich: „Die Demokratie erlaubt es auch Jugendlichen, die Politik mitzugestalten. Ich freue mich darauf, in zwei Jahren wählen zu dürfen, denn so wird Demokratie aktiv erlebbar für mich“, erklärt der 16-jährige Schüler.

Welche Möglichkeiten das Leben in einer Demokratie bietet, und wie Mitglieder des Jugendgemeinderates sie erleben können, erzählt Lukas Gehre. Der 13-jährige Schüler aus Gosbach ist Teil einer Gruppe, die für den Skatepark in Altenstadt zuständig ist. „Wenn wir dort etwas machen oder verändern wollen, müssen wir mit den Vorschlägen zum Oberbürgermeister und können mit ihm darüber diskutieren“, sagt Lukas.

Sich erinnern, um zu verbessern

Für den 17-jährigen Volkan Sayin hat Demokratie nicht nur mit der Gegenwart zu tun: „Vor dem geschichtlichen Hintergrund wird deutlich, wie glücklich wir sein können, dass wir in einer Demokratie leben“, findet der Schüler aus Geislingen. „Wir müssen es ernst nehmen, dass wir wählen dürfen, denn für die Demokratie wurden viele Kriege gekämpft“, mahnt er auch.

Franziska Kasper sieht es ähnlich wie Volkan. „Viele interessieren sich leider nicht für Demokratie“, bemängelt die 16-jährige Schülerin aus Geislingen. „Aber für mich ist es eine Chance, etwas beitragen zu können und Deutschland zu formen. Dazu gehört wählen gehen dazu, denn so können wir Menschen in den Bundestag bringen, die unsere Interessen vertreten“, erklärt Franziska.

Demokratie ist mehr als Nein-Sagen

Auch Sarah Händel appelliert an das Interesse der Bürger. „Wenn ich spüre, dass meine Meinung in einer Abstimmung verbindlich zählt, habe ich einen Anreiz, mich mit politischen Inhalten auseinander zu setzen“, sagt sie, und spricht sich für mehr Beteiligung aus: „Direkte Demokratie fördert breite Debatten in der Bevölkerung.“ Gleichzeitig mahnt Händel: „Bei solchen Diskussionen geht es nicht darum, die Staatsform umzuschmeißen, sondern zu ergänzen und weiter zu entwickeln.“ Eine sachliche, auf Lösungen konzentrierte Richtung müsse eingeschlagen werden. „Eine Demokratie ist keine Frage, die man mit „Ja“ oder „Nein“ beantworten kann. Sie besteht aus vielen komplexen Prinzipien, Regeln und Institutionen; ob ihr Zusammenspiel funktioniert, muss immer wieder neu überprüft werden.“

Eine Sonderseite der GZ-Jugendredaktion zum Tag der Demokratie gibt es im ePaper und der gedruckten Ausgabe der GEISLINGER ZEITUNG am Samstag (15. September).

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