Tradition Fest für eine knusprige Königin

Einige hundert Besucher genießen beim Kartoffelfest unterschiedliche Kartoffel-Gerichte.
Einige hundert Besucher genießen beim Kartoffelfest unterschiedliche Kartoffel-Gerichte. © Foto: Sabine Graser-Kühnle
Wiesensteig / Sabine Graser-Kühnle 11.09.2018

Ob als roher Brei in heißem Fett gebrutzelt oder als sämige Suppe gekocht, ob mit Schale geschnitzelt als Wedges oder ohne Schale in Streifen geschnitten als Pommes, die Kartoffel war Königin auf dem diesjährigen Kartoffelfest im Schlosshof.

Etwa 30 Helfer aus dem Gesangverein Concordia haben für die Puffer zwei Zentner der Erdknolle verarbeitet und aus weiteren 20 Kilogramm kochten die Herren der Concordia die beliebte Kartoffelsuppe. „Alles regional und hausgemacht“, sagte der Vorsitzende Volker Rapp. Selbst das Apfelmus als süße Beilage zu den herzhaften Puffern wurde heuer dank der überreichlichen Ernte dieses Jahres aus Äpfeln der Sorte Jakob Fischer eines Vereinsmitglieds gekocht. Einige hundert Gäste dürften sich an diesem Sonntag an den leckeren Gerichten der auf schwäbisch genannten Grombiere gelabt haben.

Ursprung in Nachkriegszeit

Längst ist das Wiesensteiger Kartoffelfest über die Stadtgrenzen der Fachwerkstadt hinaus bekannt. Aber ebenso lockt es die Radfahrer, die am Schlosshof vorbei auf dem Radweg der ehemaligen Tälesbahn unterwegs sind, zum Aufladen der Energiereserven auf das Fest. Dass die Wiesensteiger Straßenmusikanten munter beste Unterhaltungsmusik kredenzen, ist das zweite genussreiche Lockmittel zum Kartoffelfest. Dieses Fest zu Ehren der nahrhaften Knolle geht zurück auf das einstige Ebelefest aus der Nachkriegszeit. Damals luden die Concordia und die Stadtkapelle gemeinsam zum Feiern auf dem Ebeleplatz unterhalb der Kreuzwegkapelle ein.

Weil es ziemlich aufwendig war, das Equipment, wie Tische und Bänke, Wurstbräter und Getränke dort hin zu schaffen, fand das Fest ausschließlich bei gutem Wetter statt, berichtete der Vereinsvorsitzende Rapp. „Die Leute wussten, wenn die Kapelle unten am Rathaus musizierte, wurde oben gefeiert.“ Im Zug, die Kapelle voraus, marschierten die Gäste damals rauf zum Festplatz. Doch bürokratische Hürden wurden immer höher und die Vorgabe von Toiletten war das Ende vom Ebelefest.

Rettender Schlossgarten

Rettung brachte der damalige Bürgermeister, der den Vereinen den Schlosshof als Festplatz angeboten hatte. Als „Schlossgartenfest“ wurde dann weiter gefestet. „Als dann die erste historische Stadtführung war, haben wir erfahren, dass hier im Schlossgarten die Grafen von Helfenstein die ersten Kartoffeln im Ländle anbauen lassen haben, erzählte Rapp.

Da kam der Gedanke zum Kartoffelfest und seither wird es als solches gefeiert. Mittlerweile sind die Wiesensteiger Straßenmusikanten die Partner der Concordia. Doch für die Kartoffelgerichte sind die Sänger zuständig und deren erste Maxime lautet: „Alles frisch, alles selber gemacht.“

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