Freizeit Ferienstadt: Der Aufbau ist in vollem Gange

Geislingen / Jochen Weis 09.08.2018
Am Montag startet die Geislinger Ferienstadt. Auf dem Geiselstein geben die Helfer mächtig Gas, damit alles pünktlich fertig wird.

Auf dem Geiselstein bei Geislingen herrscht eine brütende Hitze. Es ist schwül, jede Bewegung treibt einem den Schweiß durch die Poren. Holger Schrag aber nimmt’s gelassen und mit einem Schuss schwarzem Humor: „Bislang hatten wir nur einige durch Sonnenstich bedingte Ausfälle, sonst läuft alles nach Plan“, sagt der Chef des Geislinger Stadtjugendrings (SJR) und Technischer Leiter im Organisationsteam der Ferienstadt, ein Kooperationsprojekt von SJR und dem Geislinger Stadtjugendreferat.

Seit Samstag läuft der Aufbau, täglich schuften dort 25 bis 30 Helfer – Betreuer, Helfer und „Hobbits“. Letzere sind Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren, die nicht mehr an der Ferienstadt teilnehmen können, aber noch zu jung sind, um dort als Betreuer zu arbeiten. Bis Sonntag muss alles fertig sein, schließlich nehmen tagsdrauf die neuen Bewohner die „Freie Republik“ in Besitz: Drei Wochen lang bevölkern dann jeden Tag 170 Kinder den Geiselstein und lassen als fleißige Zimmermannsleut’ die Hütten der Ferienstadt emporwachsen.

Doch bis es soweit ist, ist erst noch die Helferschar am Zuge. Und die hat trotz vereinzelter Sonnenstiche schon ordentlich vorgelegt. „Die grobe Infrastruktur ist bereits fertig“, sagt Schrag. Will heißen: Küchen-, Essens- und Bastelzelt stehen bereits, ebenso der Bürowagen am Eingang der Ferienstadt sowie der Tierbereich, in dem sich ab der kommenden Woche Pferde, Ziegen und Kaninchen tummeln, „ein großer pädagogischer Anker der Ferienstadt“, wie Schrag betont.

Darüber hinaus steht bereits die Strom- und Wasserversorgung, letztere geschieht über große Tanks, die täglich aufgefüllt werden. „In den kommenden Tagen geht es nun an die Feinarbeit“, sagt Schrag. Was in erster Linie bedeutet, dass der Küchen- und Essbereich ein- und dann blitzblank hergerichtet wird, „um alle hygienischen Anforderungen zu erfüllen“, wie Schrag erklärt. Immerhin muss das Küchen-Team jeden Tag 200 Portionen Mittagessen raushauen. Bereits am Freitag kommt die erste Lebensmittel-Lieferung – Konserven, Reis und alles sonstige, das sich gut lagern lässt – damit ist dann auch der Kühlwagen mit den Basics voll beladen. „Gemüse, Fleisch und Obst holen wir dann täglich frisch“, sagt Schrag. Außerdem muss noch das ganze Arsenal des Stadtjugendrings an Werkzeug, Geschirr und Spielgeräten auf den Geiselstein. „99 Prozent der Ausrüstung inklusive Zelte und Wagen stellen wir“, sagt Schrag.

Kurzum: Am Sonntagabend kann die Helferschar stolz darauf sein, was sie allen hochsommerlichen Unbilden zum Trotz geleistet hat. Besonders stolz ist Schrag auf seine Hobbits, die gut die Hälfte der Helfer stellen. „Viele waren schon als Ferienstadt-Kinder dabei“, erzählt Schrag. Einer aus der jungen Truppe: Tim Schlumberger, 15 Jahre alt – und ausnahmsweise ohne Ferienstadt-Vergangenheit. „Im Nachhinein bereue ich es, dass ich nie dort war“, sagt er: „Die Leute hier sind super, man ist an der frischen Luft und kann körperlich arbeiten, ich mache das gerne.“ Seine Mutter habe ihn auf die Ferienstadt gestoßen, erzählt Schlumberger. „Wenn ich es später einmal mit meiner Ausbildung unter einen Hut bringe, möchte ich dort auf jeden Fall als Betreuer weitermachen, das ist mein Ziel.“

Doch die Helfer sind nicht die einzigen, die die schweißtreibende Arbeit auf sich nehmen. Da ist zunächst einmal Andreas Heller vom Geislinger Bauhof, abgestellt für den Auf- und Abbau der Ferienstadt, die direkte Zusammenarbeit spart unnötige Wartezeiten, wie sie früher entstanden waren, wenn Schrag Unterstützung aus der Karl-Benz-Straße anfordern musste. „Ich bin quasi das Mädchen für alles. Das heißt, ich fahre die Transporte und packe mit an, wo ich gebraucht werde“, sagt Heller, „das ist mal was anderes.“ Außerdem wirbeln sechs Azubi der Forst-Ausbildungsstelle Hohenohl aus Gschwend samt zwei Ausbildern auf dem Geiselstein, haben bereits das Stadttor errichtet und bauen nun eine Showbühne. „Das Ganze hat etwas mit Hochsitzbau zu tun“, erklärt Ausbilder Bernd Maier, „außerdem sind solche Kooperationen im Rahmen der Ausbildung erwünscht.“

Die Showbühne wird übrigens  ihre große Stunde am Samstag, 25. August, haben, dem „Tag des offenen Tores“. Weil die Ferienstadt heuer in die 40. Auflage geht und damit einen runden Geburtstag feiert, gibt es an diesem Tag ein Konzert. Bereits am Nachmittag um 17 Uhr spielt „Randale“, eine Kinder-Rockband aus Bielefeld. Um 19.30 Uhr legt dann „Campfire“ nach, ein Projekt von Musikern aus Geislingen und Umgebung. „Zum Abschluss wird es noch eine Überraschung für die Besucher geben“, erzählt Schrag, der sich nicht aus der Reserve locken lässt: Nur so viel verrät er: Das Ganze solle auf jeden Fall einen Knalleffekt haben.

Es gibt noch freie Plätze für die Ferienstadt

Für die Ferienstadt auf dem Geiselstein – teilnehmen können Kinder im Alter von sieben bis 13 Jahren – gibt es für die zweite Woche (20. bis 24. August) noch einige wenige, für die dritte Woche (27. bis 31. August) noch gut 30 freie Plätze. Eine Anmeldung ist ab kommenden Montag im Bürowagen beim Eingang zur Ferienstadt möglich. Weitere Infos gibt es online unter sjr-geislingen.de

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