Wie der städtische Tiefbauer Ulrich Weingart jüngst im Technischen Ausschuss des Geislinger Gemeinderats erläuterte, stellte ein Fachingenieur bei der Prüfung fest, dass die Tälesbahnbrücke aus dem Jahr 1902 über die Eyb "in einem sehr mäßigen Zustand" sei. Die Mängel: Die Stahlkonstruktion rostet an vielen Stellen, Holzdielen sind morsch, das derzeitige Geländer genügt Sicherheitsanforderungen gegen Stürze nicht. Den Aufwand, die Brücke zu renovieren und zu ertüchtigen, hält Weingart aber für vertretbar, zumal eine neue Brücke als unabdingbares Verbindungsglied im neuen Radweg auf der Tälesbahntrasse noch teurer käme. Auch sei es der erklärte Wunsch des Gemeinderats, die Brücke zur Erinnerung an die Bahnstrecke zu erhalten.

Die Gleise wurden bereits demontiert. Nun werden die Stahlteile gründlich entrostet und neu beschichtet. Belegt wird die vier Meter breite Brücke mit Betonfertigteilen. Ein neues Geländer wird 1,20 Meter hoch. Bei einer Tragfähigkeit von zehn Tonnen kann dann ein Unimog des Bauhofs zum Schneeräumen darüberfahren.

Zwei Fachfirmen haben ein Angebot abgegeben. Der günstigere Bieter kann aber wegen eines Krankheitsfalles in der Firma keinen baldigen Ausführungs- und Fertigstellungstermin zusichern. So vergab der Technische Ausschuss die Arbeiten an den zweiten Bieter: Für insgesamt 130.562 Euro übernimmt sie die Göppinger Firma HUS Umwelttechnik und Heim Infrastruktur.

"Ein stolzer Preis", kommentierte Oberbürgermeister Wolfgang Amann das Angebot. Doch nun sei gewährleistet, dass die Arbeiten bis Mitte/Ende Oktober ausgeführt sind, ist Weingart überzeugt. Zeitgleich sollen die bereits an die Baufirma Rossaro vergebenen Arbeiten (215.000 Euro) für den dritten Bauabschnitt des Tälesradwegs - zwischen Eyb- und Heidenheimer Straße - fertig sein. Summa summarum kommt der Radwegabschnitt mit Nebenkosten auf 486.000 Euro - im Haushaltsplan hatte Weingart 516.000 Euro veranschlagt.