Straßenverkehr Geislinger Polizei will Raser zur Vernunft bringen

Geislingen an der Steige / SWP 19.06.2017
Polizei und Ordnungsamt setzen in Geislingen ihr Konzept zur Bekämpfung der Raser- und Tuningszene weiterhin konsequent um. Am Samstag wurde kontrolliert.

Polizei und Ordnungsamt in Geislingen machen weiterhin Ernst: Am Samstag erfolgte ein weiterer Schlag gegen die sogenannten Cruiser und Poser aus der illegalen Raser- und Tuningszene. Vor allem an sommerlichen Nachmittagen häufen sich in den Innenstädten Lärmbeschwerden wegen zu lautem Motordröhnen, teilt das Ordnungsamt mit. Die Schlagzeilen von illegalen Autorennen, teilweise mit fatalen Unfallfolgen, seien hinlänglich bekannt. Grund genug für die Polizei und Ordnungsamt in Geislingen klare Kante zu zeigen.

Vom Nachmittag an bis in die Abendstunden hinein liefen die Verkehrskontrollen in ganz Geislingen. Insgesamt wurden 56 Fahrzeuge durch die Polizei kontrolliert und bei parallel dazu von der Stadt durchgeführten Geschwindigkeitskontrollen gingen dem Ordnungsamt insgesamt 212 Raser ins Netz. Erschreckend war dabei, so heißt es in einer Pressemitteilung, dass der Spitzenreiter bei den Geschwindigkeitskontrollen mit 88 Stundenkilometern in der Stadt gemessen wurde, obwohl hier nur 50 Stundenkilometer zulässig sind. Den Fahrer erwartet nun ein Bußgeld in Höhe von 160 Euro und zudem zwei Punkte in Flensburg sowie ein einmonatiges Fahrverbot.

„Es geht uns ganz klar nicht darum, den durchschnittlichen Verkehrsteilnehmer mit unseren Aktionen zu treffen. Wir wollen mit den Kontrollen ganz gezielt die illegalen Raser und Tuner ins Visier nehmen und damit ein ganz klares Zeichen gegen die wenigen Unbelehrbaren in unserer Stadt setzen. Wer mit 38 Stundenkilometern zu viel in seinem Auto unterwegs ist, der stellt schlichtweg eine Gefahr für alle anderen im Straßenverkehr dar“, sagt der Leiter des Geislinger Ordnungsamtes Philipp Theiner. Er war mit dem Ergebnis der Kontrollen zufrieden.

Dass man mit der Kontrollaktion vor allem gezielt illegale Autoschrauber treffen wollte, zeigt vor allem auch die Einbindung von speziell geschulten Tuning-Spezialisten des Polizeipräsidiums Ulm sowie von Prüfern des TÜV Süd. Die Polizei hatte die Prüfer des TÜV Süd vorab informiert, so dass diese während der Kontrollen auf Abruf bereitstanden. Sobald ein Fahrzeug im Rahmen der Kontrollen durch die Polizei-Spezialkräfte als verdächtig auffiel oder illlegale Umbauten festgestellt wurden, ging es direkt zu den Prüfern des TÜV. Mittels Gutachten wurde vor Ort entschieden, ob das Auto noch verkehrstüchtig ist  oder sofort aus dem Verkehr gezogen werden muss. Die Polizei führte dem TÜV auf diesem Weg insgesamt elf Fahrzeuge im Rahmen der Kontrollen vor. Bei allen vorgeführten Fahrzeugen wurden erhebliche technische Mängel festgestellt und acht Fahrzeuge wurden unmittelbar stillgelegt. Die Fahrer der stillgelegten Fahrzeuge mussten die Weiterreise dann zu Fuß und ohne Auto antreten.

„Den sinnlosen Tod eines Fußgängers bei einem illegalen Autorennen, das wollen wir hier bei uns in der Stadt auf  keinen Fall  erleben“, sagt Theiner. Die bereits 2016 gemeinsam mit der Polizei aufgestellte Konzeption zur Bekämpfung der illegalen Raser- und Tuningszene in Geislingen wird weiter konsequent durchgezogen, kündigt er an.

Info In die Kontrollmaßnahme eingebunden waren Polizeibeamte der Verkehrspolizei, vom Polizeirevier Ulm-Mitte, den Revieren Göppingen, Eislingen und Geislingen. Insgesamt waren  16 Polizisten im Einsatz.

Was wurde von den Spezialisten bemängelt?

Mängelliste Drei der kontrollierten Fahrzeuge waren zu laut, eines davon sogar gleich um 300 Prozent. An diesem „Acht-Zylinder-Fahrzeug“ waren beide Endtöpfe ausgeräumt und durch ein durchgehendes Rohr ersetzt worden. Beanstandungen ergaben sich insbesondere durch Tieferlegungen, an einem Fahrzeug wurde dabei bereits der Reifen bis zur Karkasse abgetragen. Im Rahmen der Kontrollen ergaben sich außerdem noch fünf weitere Verkehrsordnungswidrigkeiten, beispielsweise durch Veränderungen an der Beleuchtung.