Kreis Göppingen Erlkönig-Unfall: Testfahrer trägt die Schuld

Zwei Schwerverletzte, ein Leichtverletzter und ein Schaden von 30.000 Euro sind die Folgen eines Verkehrsunfalls mit einem sogenannten Erlkönig, der sich am Samstag gegen 9.20 Uhr auf der Landesstraße 1217 zwischen Gammelshausen und Gruibingen in Höhe des Parkplatzes vom Fluggelände Nortel ereignet hat.
Zwei Schwerverletzte, ein Leichtverletzter und ein Schaden von 30.000 Euro sind die Folgen eines Verkehrsunfalls mit einem sogenannten Erlkönig, der sich am Samstag gegen 9.20 Uhr auf der Landesstraße 1217 zwischen Gammelshausen und Gruibingen in Höhe des Parkplatzes vom Fluggelände Nortel ereignet hat. © Foto: Ralf Zwiebler
Kreis Göppingen / HELGE THIELE 23.06.2012
Der schwere Unfall mit einem Erlkönig bei Gammelshausen hat Folgen: Der Testfahrer muss seinen Führerschein abgeben. Er hatte den Unfall verschuldet.

Vor drei Wochen war es auf der Gammelshausener Steige, unweit des Parkplatzes des Fluggeländes "Nortel" unterhalb des Kornbergsattels, zu einem folgenschweren Unfall gekommen. Ein Daimler-Testfahrer war dort in einem Erlkönig unterwegs, dabei stieß das Fahrzeug in einer Kurve mit einem Renault Twingo zusammen. Dessen Insassen wurden seinerzeit schwer verletzt: Ein sechsjähriges Mädchen, das bei dem Unfall am 2. Juni schwere Kopfverletzungen erlitten hatte, liegt nach wie vor im Krankenhaus. Seine ebenfalls schwer verletzte Mutter hat die Klinik inzwischen verlassen.

Jetzt steht fest, wer den Unfall verursacht hat: Es war der 36-jährige Testfahrer, der an jenem Samstag mit seinem Erlkönig, einem zum Teil getarnten Prototypen, mit überhöhter Geschwindigkeit in eine Rechtskurve gefahren war. Das ist das Ergebnis eines Gutachtens, das die Staatsanwaltschaft Ulm in Auftrag gegeben hatte. Wie die Polizeidirektion Göppingen gestern mitteilte, habe der Mann das Werksfahrzeug beim Befahren der Steige "im Grenzbereich bewegt". Dabei sei er, wie der Sachverständige festgestellt habe, mit seinem Auto auf die Gegenfahrbahn geraten und dort mit dem Twingo kollidiert. Darin saßen die Frau und ihre Tochter. Das Kind war möglicherweise nicht richtig angeschnallt. Der Twingo, der bergab in Richtung Gammelshausen unterwegs war, wurde durch den Aufprall regelrecht zerfetzt. Der Testfahrer wurde damals nur leicht verletzt.

Die Ermittlungen zu dem Unfall dauern an. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft entzog der zuständige Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Ulm dem Testfahrer jedoch vorläufig den Führerschein. Es bestehe der Verdacht der vorsätzlichen Straßenverkehrsgefährdung, teilte ein Sprecher der Polizei mit.

Von der Daimler AG war gestern keine Stellungnahme zu erreichen. Allerdings wurde dem Unternehmen von Seiten der Polizei bescheinigt, bei der Aufklärung gut mit den Ermittlungsbehörden zusammengearbeitet zu haben.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel