Im Jahr 1944 war die Frauenhalde im Eybacher Tal eine Großbaustelle: Das Areal, in dem sich heute der Reitstall sowie das TG-Stadion befinden, war Tag und Nacht erleuchtet, die Geräusche von Baumaschinen drangen bis nach Eybach. Daran erinnert sich Gerhard Geiger, der damals zehn Jahre alt war. Heute ist der „Ur-Eybacher“, wie er sich selbst bezeichnet, 84. Als er in Rente kam, hat er seine Erinnerungen aufgeschrieben – auch um sie für seine Enkel zu bewahren, sagt er.

Was genau dort auf der Baustelle vor sich ging, sollten die Eybacher damals jedoch nicht wissen: Seit 1938 wurde daran gearbeitet den Berg auszuhöhlen und im Inneren einen unterirdischen Standort für die Rüstungsindustrie zu errichten. Geplant waren insgesamt fünf Stollen, erläutert Geiger. Vier Eingänge seien insgesamt in den Berg getrieben worden, doch nur der Stollen Rubin auf Höhe des heutigen Reitstalls kam bis zum Kriegsende auch nur in die Nähe der Fertigstellung. Das staatliche Hochbauamt Ulm ist dabei, den teilweise einsturzgefährdeten Stollen zu verfüllen (wir berichteten).

Geigers Erinnerungen an die Bauarbeiten im Eybacher Tal konzentrieren sich auf die Jahre 1944 und 1945 „Das untere Tal war Sperrzone“, erzählt er. Der Waldweg von Geislingen nach Eybach, auf dem mehrere Holzhütten der Organisation Todt, der paramilitärischen Bautruppe der Nazis, standen, sei abgesperrt gewesen, die Baustelle mit Tarnnetzen überspannt. Sogar die Pfingsthalde auf der gegenüberliegenden Seite habe man nicht mehr betreten dürfen. „Direkt konnte man die Baustelle nicht sehen“, erläutert Geiger. Auch die Straße nach Geislingen sei vom Militär bewacht worden, das darauf achtete, dass niemand auf Höhe der Baustelle stehenblieb.

Mehr zum Bau des Stollens und den Erinnerungen Gerhard Geigers lesen Sie am Freitag (4. Januar) in der GEISLINGER ZEITUNG und im E-Paper.