Das Aktionsbündnis für den Erhalt der Helfenstein-Klinik in Geislingen hat die geplanten Kundgebungen wegen der hohen Inzidenzzahl abgesagt. Am Dienstag, 19.04.2021, soll es dennoch rund um die Kreistagssitzung eine „kleine, kurze und coronasichere“ Kundgebung vor der Göppinger Stadthalle mit zehn Abgesandten des Bündnisses geben, wie dessen Organisationsgruppe mitteilt. Die Abgesandten übergeben dabei die Petition zum Erhalt der Klinik mit zirka 5000 Unterschriften an Landrat Edgar Wolff. Angekündigt sind Reden des Geislinger Oberbürgermeisters Frank Dehmer, der Landtagsabgeordneten Nicole Razavi (CDU) und Sascha Binder (SPD) sowie des Stadt- und Kreisrats Bernhard Lehle (Grüne), die in den sozialen Medien ausgestrahlt werden.
Die Kreistagssitzung am Dienstag findet als sogenannte Hybridsitzung statt – es ist den Kreisräten freigestellt, virtuell teilzunehmen; es gibt einen Livestream. Die für Donnerstag, 22.04.2021, geplante Bürgerinformationsveranstaltung in der Jahnhalle ist laut Aktionsbündnis als Präsenzveranstaltung abgesagt worden. Als Ersatz dafür solle es eine Online-Information geben. Eine offizielle Mitteilung der Veranstalter, Kreisverwaltung und Alb-Fils-Kliniken, gab es bislang nicht.

Einige Kommunen verweigern Aufstellen von Bannern

Das Bündnis plant weitere Aktionen: So sollen Flyer verteilt und im Lauf der kommenden Woche landkreisweit 120 Bauzaunbanner aufgestellt werden. Man sei enttäuscht, dass einige Kommunen im Unteren Filstal das Aufstellen der Banner auf kommunalen Flächen nicht genehmigen wollten, teilt das Bündnis mit. Damit werde der Riss, der durch den Kreis gehe, noch vertieft.

Forderung: Entscheidung um Helfenstein-Klinik in Geislingen verschieben

Die Pandemie erschwere es sehr, Aktionen zu entwickeln, um „auf Augenhöhe“ in eine Diskussion mit Klinikleitung, Landrat und Kreisräten zu kommen, klagt das Aktionsbündnis: „Hier scheitert auch der Anspruch des Landkreises, die Bevölkerung umfassend zu informieren, in die Diskussion einzubinden und mitzunehmen. Die ‚Waffenungleichheit’ vergrößert sich und entspricht nicht unserem demokratischen Verständnis.“ Das Bündnis bittet deshalb darum, die Entscheidung über die Zukunft der Helfenstein-Klinik zu verschieben. Zuvor müsse es für die Bürger möglich sein, nach entsprechenden Informationen in Diskussionen zu gehen und Fragen zu stellen, die sie im Zusammenhang mit der geplanten Schließung der Klinik bewegten.