Die Bundestagsabgeordneten Heike Baehrens (SPD) und Hermann Färber (CDU) freuen sich über das gute Abschneiden des sozialliberalen Kandidaten Emmanuel Macron im ersten Wahlgang der französischen Präsidentschaftswahl. Färber sagt auf Nachfrage unserer Zeitung, dass sich dieser als Einziger stets deutlich für ein starkes Europa ausgesprochen habe: „Wenn er in zwei Wochen gewinnt, wird das ein wichtiges Zeichen für ein geeintes Europa sein und eine klare Absage an Rechtspopulismus und Nationalismus.“

Heike Baehrens sagt, sie sei fest davon überzeugt, dass sich die Franzosen in der Stichwahl am 7. Mai mehrheitlich für Macron entscheiden werden. Einen Sieg der rechtsextremen Partei Front National von Marine Le Pen wolle sie sich gar nicht ausmalen. Eine solche Politik würde nicht nur der Wirtschaft und den internationalen Beziehungen des Landes schaden, sondern auch der europäischen Idee einer Friedensunion großen Schaden zufügen, ist sie überzeugt.

Für Färber verkörpert Le Pen eine rückwärtsgewandte Politik, die das Land spalte. Der große Zuspruch für sie müsse als Warnsignal verstanden werden – zeige dies doch die Gefahr, die von populistischen Politikern ausgehe. Diese verführten die Menschen zu glauben, dass es auf vielschichtige Probleme einfache Antworten gebe – dies sei aber nicht so.

Auch Baehrens warnt davor, den Sorgen der Menschen „angesichts des Terrors und der immer spürbarer werdenden Globalisierungsfolgen“ mit vermeintlich einfachen Antworten zu begegnen. Damit gewönnen Rechtspopulisten Protestwähler, die sich von den Parteien der Mitte abgewendet hätten. Baehrens: „Das erfüllt mich mit Sorge.“

In Montceau-les-Mînes, der Partnerstadt Geislingens, wählten 26,88 Prozent den Front National – landesweit erhielt die rechtsextreme Partei 21,53 Prozent. An zweiter Stelle landete in Montceau der Linke Jean-Luc  Mélenchon mit 21,32 Prozent (landesweit: 19,64 Prozent). Emmanuel Macron erhielt nur 20,80 Prozent (23,75 Prozent). Der Konservative Francois Fillon schnitt mit 16 Prozent um fast 4 Prozent schlechter ab als im restlichen Land. Der Sozialist Benoît Hamon erhielt 7,16 Prozent (6,3 Prozent).