Berlin/Geislingen Enttäuscht von Etatkürzung für Kultur

Der Abgeordnete Erhard Grundl hat in einer Bundestagsdebatte die Geislinger Rätsche erwähnt.
Der Abgeordnete Erhard Grundl hat in einer Bundestagsdebatte die Geislinger Rätsche erwähnt. © Foto: Stefan Kaminski
Berlin/Geislingen / SWP 18.05.2018

Die Geislinger Rätsche ist am Mittwoch bei den Reden zum Etat des Bundeskanzleramtes  im Deutschen Bundestag erwähnt worden. Der bayerische Abgeordnete Erhard Grundl, Sprecher für Kulturpolitik von Bündnis 90 / Die Grünen, nannte den Geislinger Verein und die gleichnamige Veranstaltungsstätte als Beispiel für eine regionale, förderungswürdige Kultureinrichtung abseits der großen städtischen Projekte. Grundl kritisierte, dass der Etat der Bundesregierung genau diesen kleinen Kultur- und Spielstätten die Mittel kürze.

Der Abgeordnete für den Wahlkreis Straubing sagte: „Wenn freie Theater aufgeben müssen, wenn Programmkinos schließen, Jugendliche keinen Ort haben, um ihre Kreativität auszuleben, wenn Ateliers und Werkstätten fehlen, wenn es keine Probenräume gibt, in denen man den Verstärker auch einmal so aufdrehen kann, dass der Putz an den Wänden wackelt, dann ist die kulturelle Teilhabe nicht gegeben.“ Der Haushaltsentwurf konzentriere sich auf wenige Projekte mit großer Strahlkraft. Diese würden mit Millionenbeträgen gefördert. Die Popularmusik, die Soziokultur, die darstellenden Künste und die Literatur erhielten nur einen Bruchteil. Natürlich seien die Bayreuther Festspiele und auch das Humboldt Forum förderungswürdig: „Aber was tun Sie wirklich für Kulturförderung in den Regionen (...)?“, fragte Grundl.

Aktuell lehnten die Förderfonds des Bundes Anträge in großer Anzahl ab, weil die Mittel nicht ausreichten. Ein Beispiel sei der Deutsche Literaturfonds: „In unserem Land der Dichter und Denker liegt die Förderquote bei knapp zwölf Prozent. Das ist ein echtes Armutszeugnis“, sagt er.

Ein anderes Beispiel sei der Spielstättenprogrammpreis: „Musikklubs bereichern unser Kulturleben sowohl in den ganz großen Städten als auch vor allem abseits der Metropolen, wie der Alte Gasometer in Zwickau, die Rätschenmühle in Geislingen oder das Alte Spital in Viechtach im Bayerischen Wald. In Ihrem Haushaltsentwurf wurde der Etat für den Spielstättenprogrammpreis von 2 Millionen Euro auf
1 Million Euro halbiert – eine herbe Enttäuschung.“

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