Geislingen an der Steige Endzeitrevue von Flucht und Havarie

Der Verein Zuflucht Kultur gastiert morgen mit der Revue "Der Untergang der Titanic" in der Rätsche.
Der Verein Zuflucht Kultur gastiert morgen mit der Revue "Der Untergang der Titanic" in der Rätsche. © Foto:  
SWP 21.04.2016
Der Verein Zuflucht Kultur zeigt am Freitag die literarisch-musikalische Revue "Der Untergang der Titanic" in der Geislinger Rätsche.

Der Verein Zuflucht Kultur engagiert sich erfolgreich in der kulturellen Arbeit mit Flüchtlingen. Neben drei Opern-Produktionen entwickeln die Macher regelmäßig kleinere Formate, mit denen sie in der gesamten Republik auftreten. Die neueste dieser kleineren Produktionen ist am morgigen Freitag ab 19 Uhr in der Geislinger Rätsche zu sehen: Der Untergang der Titanic. Eine literarisch-musikalische Endzeitrevue nach Hans Magnus Enzensberger mit vier deutschen und zwei syrischen Darstellern.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der IG-Metall Göppingen-Geislingen im Rahmen der Interkulturellen Wochen "Geislingen lebt Vielfalt" statt. Der Politikwissenschaftler Dr. Jochen Hippler wird eingang s einen Vortrag zur Bekämpfung von Fluchtursachen halten. Eine Diskussion schließt sich an.

Das Programm "Der Untergang der Titanic" ist eine Weiterentwicklung der Inszenierung von Wolfram Apprich am Landestheater Schleswig-Holstein. "Nie wieder, sagt er, wird es so ruhig sein, so trocken und warm wie jetzt." Hans Magnus Enzensberger analysiert in seinem 1978 erschienenen Versepos den Untergang der Titanic als den Untergang einer Utopie. Er nennt das eine Komödie. Komisch ist es durchaus. Aber auch morbide, qualvoll. Er nimmt den Untergang der Titanic als Metapher für das Scheitern vieler großer menschlicher Bestrebungen sozialer, politischer, technischer Art. Vier Deutsche und zwei Syrer haben daraus einen Theater-, Performance- und Musik-Abend gemacht. Unter die Texte mischen sich Lieder und wahre Geschichten von Flucht und Havarie.