Mit seinem Projekt „Hattler“ zelebriert der Bassist Hellmut Hattler sich selbst im Sog elektronischer Musik. Zusammen mit dem grandiosen Gitarristen Thorsten de Winkle, dem großartigen Drummer und Electronicbeat-Creator  Oli Rubow und der brillanten Sängerin Fola Dada legte er in der Rätsche eine mitreißende Performance auf die Bühne.

Psychedelic, Nujazz, Rave, Clubsound, alles tanzbar, hatte Hattler versprochen und ebenso war es dann auch: Das Publikum in der rappelvollen Rätsche wogte im metronomartig pulsierenden Groove, der mit den typischen Bassloops und sphärischen Klängen versetzte elektronifizierte Beat brannte sich bis in die Zehenspitzen ein. Mit seinen unverkennbaren Basslinien setzte Hattler die kreativen, facettenreichen Akzente. Erst nachdem die Band gut eine halbe Stunde auf der Bühne performte, begrüßte der einstige Kraan- und Tap Two-Musiker das Publikum – völlig untypisch für ihn, der seine Zuhörer sonst gerne mit launischen Anekdoten und Ansagen erheiterte.

Ein wenig davon ließ er dennoch vom Stapel, sprach von seinen Acts „Kraan“, „Tap Two“ und „Siyou‘n‘Hell“, was er nun ad acta gelegt habe: „Es ist nicht mehr wie bei Kraan, einfach losspielen und gucken, wo wir rauskommen.“  Denn der Impuls- und Pulsgeber dieses Quartetts ist Oli Rubow. „Er macht meine neue elektronische Musik möglich, so was ist ein großes Glück.“

Von da an gab es in der Rätsche nur noch zwei Dinge: Die acidverdächtige Musik und die Videoclips auf der Leinwand dazu. Der Drummer saß vor seinem Drumset und elektronifizierte den Beat mit sicherem Rhythmusgefühl und einschmeichelnder Ästhetik. Thorsten de Winkle und Fola Dada machten sich wiederum Hattlers Kompositionen zu eigen. Mal inbrünstig, dann mit den drei Männern auf der Bühne flirtend, neckisch im Duktus oder metronomisch im Rap, oder einfach melodisch erzählend brillierte die Sängerin Fola Dada mit ihrer wandelfähigen Stimme. Eine großartige Ergänzung der ansonsten männlichen Besetzung, in der sich schon bald Gitarrist Thorsten de Winkler, der „Langzeitgefährte Hattlers“ ins Rampenlicht schob. Er verzückte sein Publikum mit herrlichen Riffs, die mal fluffig melodiös daherkamen, dann in unerhört rasantem Tempo. Wie auch Hattler, entlockte er seinen Instrumenten schillernde Facetten.

Wo Kraan-Fans noch die wilden Schlagabtausche der Gitarristen im Kopf haben, setzt Hattler nun auf Zusammenspiel: Gitarrist und Bassist gehen insbesondere in den psychedelischen Instrumentalstücken eine fast verstörende Symbiose ein und wenn Fola Dada einsetzt, spiegelt die Band ein brillantes, mitreißendes Miteinander und dennoch zelebriert ein jeder sein eigenes virtuoses Können. Eineinhalb Stunden versetzte die Band ihre Zuhörer in diesen sich einbrennenden Rausch. Dermaßen gebrandmarkt ließen diese Hattler&Co. freilich nicht so schnell von der Bühne gehen.