Aufhausen Projekt ist einmalige Chance für Aufhausen

Das Modell der Aufhausener Sport- und Mehrzweckhalle, gesehen von Osten. Der Anbau im südlichen Teil wird einmal die Vereinsräume des SV Aufhausen beherbergen. Der Sportverein finanziert diesen Bauabschnitt selbst.
Das Modell der Aufhausener Sport- und Mehrzweckhalle, gesehen von Osten. Der Anbau im südlichen Teil wird einmal die Vereinsräume des SV Aufhausen beherbergen. Der Sportverein finanziert diesen Bauabschnitt selbst. © Foto: Ott Architekten
Aufhausen / Jochen Weis 13.04.2018
Läuft alles glatt, fällt noch im Frühsommer der Baubeschluss zur Aufhausener Sport- und Mehrzweckhalle. Die ELR-Förderung war ein wichtiges Signal.

Vor dreieinhalb Wochen kam die frohe Kunde aus Stuttgart: Aufhausen erhält aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) 750 000 Euro für den Bau der Sport- und Mehrzweckhalle – mehr als ein Viertel des mit 3,4 Millionen Euro veranschlagten Projekts. Damit zeichnet sich am Horizont allmählich das Happy-End einer Geschichte ab, die vor fast 30 Jahren begonnen hat und in der manchem der Kampf für die Halle bisweilen schon aussichtslos schien.

„750 000 Euro – das ist schon ein Hammer“, sagt Ludwig Kraus, Ortsvorsteher von Aufhausen und zugleich Geislinger Gemeinderat. Ob und wie viel noch an weiteren Zuschüssen hereinkommt, wird sich weisen. „Die Stadt hat die Mittel beantragt“, sagt Kraus. Konkret bedeutet das: Es laufen Anträge bei der Förderung kommunaler Sportstättenbau sowie beim Ausgleichstock, mit dem das Land finanzschwache Kommunen bei der „Schaffung notwendiger kommunaler Einrichtungen“, so der offizielle Wortlaut, unterstützt. Genehmigungsbehörde ist in beiden Fällen das Regierungspräsidium Stuttgart.

„Schlussendlich wird auch noch die Frage sein: Wie ist das Finanzergebnis der Stadt aus dem vergangenen Jahr? Ist noch Luft nach oben?“, sagt Kraus. Die Mittel für den Bau der Halle, die die Aufhausener ebenso nutzen werden wie die Türkheimer, sind bereits in die Finanzplanung für 2018 bis 2020 eingestellt – eine Voraussetzung, um Mittel aus dem Ausgleichstock zu bekommen. „Wenn alles passt, dann kann die Halle noch vor der Sommerpause in den Gemeinderat gehen, um den Baubeschluss zu fassen“, erklärt Kraus. „Die Planungen sind aktuell schon so weit gediehen, dass man genau weiß, wie die Halle aussehen wird. Bereits seit geraumer Zeit sind die Fachplaner mit im Boot.“ Die beschäftigen sich mit den Details wie Heizung, Lüftung, Sanitäranlagen, Elektroinstallationen und Beschallung. Baubeginn könnte, wenn alles glatt läuft, Ende September, Anfang Oktober sein, Fertigstellung im Juli 2020.

„Ein großes Ziel für unsere beiden Stadtbezirke mit zusammen 1800 Einwohnern“, wie Kraus betont. Und ein ambitionierter Zeitplan, der sich sozusagen selbst vorgibt: Aufhausen wurde 2015 als Schwerpunktgemeinde mit bevorzugter und erhöhter Förderung ins ELR-Programm aufgenommen. Allerdings besteht dieser Status nur für fünf Jahre, dann müssen auch alle Projekte abgeschlossen sein.

In diesem Kontext hofft Kraus nach wie vor, dass es die finanzielle Situation der Stadt zulässt, „sowohl die Halle in Aufhausen als auch die Mensa an der Tegelbergschule umzusetzen – so wie es der Haushaltsplan vorsieht“. Die Mensa kostet zwei Millionen Euro, noch fehlen aber Förderzusagen. Im Gemeinderat hat das Thema schon mehrfach zu kontroversen Diskussionen geführt.

Im Falle der Halle geht Kraus davon aus, „dass es einen ELR-Zuschuss in dieser Höhe nie wieder geben wird“. Werde jetzt nicht gebaut, aus welchen Gründen auch immer, dann sei das gleichbedeutend mit dem endgültigen Aus. „Es geht ja nicht um irgendein Prestigeprojekt, sondern um eine Notwendigkeit, was letztlich der Zukunftssicherung der gesamten Stadt dient.“ Geislingen werde auf absehbare Zeit nur noch in den Stadtbezirken wachsen können, weil es eben nur dort noch ausreichend Flächen für Bauland gebe. Dasselbe gelte für Gewerbegebiete.

„An dieser Stelle kommt der Bahnhalt Merklingen ins Spiel. Man muss kein Prophet sein, um sagen zu können, dass in Merklingen und in Nellingen die Grundstückspreise anziehen werden.“ Aus Kraus’ Sicht eine Chance für Aufhausen und Türkheim, junge Familien anzulocken. „Das funktioniert aber nur, wenn wir eine entsprechende Infrastruktur vorhalten können“, betont er. Da sei Aufhausen inzwischen mit der Grundschule und einem Dorfladen für die Nahversorgung ganz gut aufgestellt. „Für das schnelle Internet, für das der Ort gerade fit gemacht wird, läuft nun die Betreibersuche an, die Ausschreibung ist in Vorbereitung“, sagt Kraus. „Die Geislinger Stadtverwaltung hat alles dafür getan, die passive Infrastruktur auf den Weg zu bringen beziehungsweise fertigzustellen.“

Der letzte Baustein sei nun die Sport- und Mehrzweckhalle. „Was viele in diesem Zusammenhang vielleicht nicht wissen: Der Sportverein Aufhausen beteiligt sich ebenfalls an dem Neubau“, erläutert Kraus. Der SV bringt in einem Anbau im Süd-Osten der Halle einen öffentlichen Vereinsraum, einen Schulungsraum, ein Büro sowie einen Besprechungsraum unter. Die Baukosten für diesen Teil trägt der Verein selbst, der Innenausbau erfolgt in Eigenregie.

Wenn der Baubeschluss im Gemeinderat durch und positiv beschieden ist, soll es dann eine Bürgerversammlung geben, „um die Halle einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Bislang hatten die Bürger noch keine Möglichkeit, sich ein genaues Bild zu machen.“ Die Planungen wurden bis dato nur den Vorständen der örtlichen Vereine und Institutionen der beiden Stadtbezirke Aufhausen und Türkheim vorgestellt.

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