Engagement Ein Stück gelebtes Europa

Elise Brasy (links) aus Frankreich und Hannah Lee (rechts) aus England mit ihrer Kollegin Leonie Lurz aus dem Betreuer-Team des Science Camp. Die Freizeit in Weiler bietet jungen Menschen aus dem Ausland die Gelegenheit, Deutsch zu lernen.
Elise Brasy (links) aus Frankreich und Hannah Lee (rechts) aus England mit ihrer Kollegin Leonie Lurz aus dem Betreuer-Team des Science Camp. Die Freizeit in Weiler bietet jungen Menschen aus dem Ausland die Gelegenheit, Deutsch zu lernen. © Foto: Daniel Müller
Weiler / Angelina Neuwirth 29.08.2018
Das Science Camp in Weiler bietet seit vier Jahren Plätze im Betreuerteam für junge Menschen aus ganz Europa.

Sich weltoffen verstehen und zeigen – das ist ein wichtiger Aspekt beim ­Science Camp. Das zeigt sich auch bei der Betreuung während der Freizeit, die der Verein educat jede Sommerferien in Weiler veranstaltet: Auch Nicht-Deutsche haben seit vier Jahren die Gelegenheit, das Betreuer-Team zu verstärken. Über die Internetplattform „workaway“ melden sich junge Frauen und Männer aus ganz Europa, um für eine oder zwei Wochen beim Science Camp mitzuarbeiten.

Das Konzept habe sich bewährt, erzählt Organisator Daniel Müller. „Es ist eine Bereicherung für Kinder und Betreuer. Sie können ihre Sprachkenntnisse anwenden und ein kultureller Austausch findet statt“, sagt er, und spricht von „einem Stück Europa, das wir hier leben“.

Elise Brasy aus Cherbourg im Norden Frankreichs und Hannah Lee aus Manchester in England waren in diesem Jahr Teil des Betreuer-Teams. Brasy war zum ersten Mal dabei und erzählt: „Ich wollte unbedingt nach Deutschland und dort etwas mit Kindern machen.“ Die 18-Jährige studiert Mathematik und will später als Lehrerin arbeiten. Über ein Austauschprogramm hat sie schon mehrere Monate in Deutschland verbracht. Lee, die bereits zum dritten Mal im Science Camp ist, hat ihren Bachelor in Biomedizin in England gemacht und will dort nun Zell- und Molekularbiologie im Master studieren. „Ich wollte in Deutschland arbeiten und mein Deutsch verbessern, deshalb habe ich gezielt im Internet gesucht“, sagt die 22-Jährige. Die jungen Frauen haben Deutsch in der Schule gelernt, erzählen sie, aber an der Universität gebe es keine Möglichkeit, das zu vertiefen.

„Wenn wir ein Wort nicht verstehen, können manche Kinder es uns sehr gut erklären“, erzählt Lee. Die älteren Teilnehmer der Freizeit seien etwas leichter zu verstehen als die jüngeren – außer, es wird schwäbisch gesprochen, sagen die beiden und lachen. Aber die Jungen und Mädchen unterhalten sich nicht nur auf Deutsch mit den Betreuerinnen: „Ein Kind hat französisch mit mir gesprochen, das ist sehr toll“, sagt Brasy, und auch Lee hatte ein solches Erlebnis: „Es gibt ein Kind, das fast perfekt englisch mit mir gesprochen hat.“

Nicht nur über die Freundlichkeit der Kinder freuen sich die zwei jungen Frauen: Sie finden Brezeln sehr lecker, und überhaupt sei die Auswahl an Brot und Brötchen viel besser als zu Hause in England und Frankreich. Insgesamt hat ihnen die Zeit in Deutschland gefallen, die mittlerweile schon wieder vorbei ist. „Ich habe diese zwei Wochen sehr cool gefunden, aber es gibt kein Wort – weder auf Deutsch, noch auf Französisch – um zu erklären, wie schön es war“, sagt Brasy. Lee sieht das ähnlich: „Die Kinder waren sehr lieb, wenn wir Ausflüge gemacht haben. Das würde in England mit so vielen Kindern nicht klappen“, ­erzählt die 22-Jährige.

Sie findet es auch schön, wie die Jungen und Mädchen sich selbstständig beschäftigen, zum Beispiel beim Spielen im Wald. Brasy sieht die Zeit im Science Camp als Bereicherung für alle Beteiligten: „Wir lernen sehr viel voneinander. Auch die Kinder geben uns so viel mit.“

Info Unter www.instagram.com/educatweb stellt der Verein educat, der das Science Camp ausrichtet, die internationalen Betreuer auf Instagram vor.

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