Kommentar Michael Rahnefeld: „Fürsorge offen zeigen“

GZ-Redaktionsleiter Michael Rahnefeld
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Geislingen / Michael Rahnefeld 17.05.2018
GZ-Redaktionsleiter Michael Rahnefeld meint, dass eine menschliche Brandschutzwache wegen ausgefallener Brandschutztechnik im Michelberg-Gymnasium offensiv bekannt gemacht werden kann.

Es liegt in der Natur des Menschen, dass unangenehme Dinge nicht unbedingt an die große Glocke gehängt werden. Wenn es um die Sanierungsmaßnahmen im Geislinger Michelberg-Gymnasium geht, dann kommen da häufig unangenehme Dinge auf. Jüngstes Beispiel: die Brandschutzeinrichtungen funktionieren nicht. „Wir gehen kein Risiko ein“, sagt Geislingens Oberbürgermeister Frank Dehmer. Er hat zusammen mit dem Landratsamt veranlasst, dass bis zur Reparatur oder dem fachgerechten Umbau der Systeme eine menschliche Brandwache eingesetzt wird. Mitglieder der Feuerwehr oder eines Sicherheitsdienstes patrouillieren deshalb während der Unterrichtszeiten im Schulgebäude, um einzugreifen, sollte sich eine Brandgefahr ergeben. Diese Präventivmaßnahme zeugt von Verantwortungsbewusstsein und Fürsorge, darüber darf man ruhig auch laut reden. Es wurde zwar ein Elternbrief dazu versandt, auch dem Gemeinderat wurden die Sofortmaßnahmen erläutert, in den Printmedien der Stadtverwaltung stehen die Vorgänge am MiGy aber eher im Kleingedruckten. Warum, frage ich mich. Es ist doch durchaus Image fördernd, wenn man ganz offensiv zeigt, dass und wie verantwortlich gehandelt wird. Über die Ursachen werden dann ohnehin noch Diskussionen geführt werden müssen. Letztere dürften dann tatsächlich wieder etwas unbequemer werden, denn es geht wieder um viel Geld.