Ferienlager Ein KOMMENTAR von Michael Rahnefeld: Ach, war das schön!

Michael Rahnefeld, CvD, stellvertretender Redaktionsleiter GZ, Geislinger Zeitung, Porträt, Freisteller unbekannt
Michael Rahnefeld, CvD, stellvertretender Redaktionsleiter GZ, Geislinger Zeitung, Porträt, Freisteller unbekannt © Foto: privat
Geislingen / Michael Rahnefeld 17.08.2017
GZ-Redaktionsleiter Michael Rahnefeld fragt sich in seinem Kommentar angesichts der vielen Ferienangebote für Kinder und Jugendliche, was denn die Buben und Mädchen früher gemacht haben.

Zeltlager von Vereinen, von kirchlichen Organisationen, von der Feuerwehr. Ferienstadt auf dem Geiselstein, Abenteuerdorf an den Siebenquellen oder Science Camp an der Skihütte bei Weiler. Wem das noch nicht reicht, der fährt mit dem Schülerferienprogramm in die Bavaria-Studios nach München, flicht Zöpfe im Haus der Familie oder geht zum afrikanischen Trommelworkshop. Kaum ein Angebot, das es in den Sommerferien nicht gibt. Kinder und Jugendliche werden rund um die Uhr bespaßt, sollten sie nicht zufällig ohnehin mit Mama und Papa auf Urlaubsreisen sein. Um diese Ferienangebote bieten zu können, braucht es viele Ehrenamtliche, die dafür ihre eigene Freizeit opfern. Solchen engagierten Mitbürgern gilt es einmal Dankeschön zu sagen, denn sie leisten wertvolle Arbeit, indem sie den Nachwuchs sinnvoll beschäftigen. Nicht auszudenken, die Buben und Mädchen säßen an sonnigen Ferientagen alleine zu Hause herum, am PC oder daddelnd mit Smartphone oder Tablet. Die Langeweile würde quasi sichtbar. Da fragt man sich hin und wieder: Wie war es denn eigentlich früher? Ja, es gab schon die eine oder andere Ausfahrt ins Zeltlager mit den Pfadfindern oder dem Sportverein, auch die Stadtranderholung hat in Geislingen eine lange Tradition. Von einer mit heute vergleichbaren Rundum-Unterhaltung in der Ferienzeit kann aber keine Rede sein. Da traf man sich dann doch mal eher auf dem Bolzplatz hinter den Schrebergärten zum Fuß- oder Völkerball, marschierte zu einem Waldtümpel, um Kaulquappen oder Frösche zu fangen, baute Baumhäuser oder Lägerle in Eigenregie, bastelte Pfeil und Bogen aus Haselnussstecken und Schnur oder schob die Murmeln um die Wette und bestaunte die Mädchen beim Gummitwist. Ferien spielten sich damals „auf der Gass“ ab, mit vielen spontanen Ideen, Lumpereien und hin und wieder mal einer Ohrfeige. Ach, war das schön!

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