Flugplatzfest Ein Fest zwischen Himmel und Erde

Martin Sebald (Mitte) war gefragter Experte beim Flugplatzfest.
Martin Sebald (Mitte) war gefragter Experte beim Flugplatzfest. © Foto: Brigitte Scheiffele
Oppingen / Brigitte Scheiffele 26.06.2018

Mit einem Gottesdienst im Grünen wurde am Sonntag das Flugplatzfest der Fliegergruppe Gingen auf dem Segelfluggelände in Oppingen eingeläutet. Im Anschluss boten die Mitglieder der Fliegergruppe Gingen im Rahmen ihres Hocks Rund- und Schnupperflüge an. Am Boden beantwortete  Martin Sebald mit seiner „Nimbus 4“ geduldig Fragen. Der Deutsche AeroClub Dachverband hat dem 23-Jährigen den Segelflieger für ein Jahr zur Verfügung gestellt, weil Sebald im vergangenen Jahr zu den besten fünf Nachwuchspiloten in Deutschland zählte. Neben den Flugzeugen konnten die Besucher auch alte Traktoren bestaunen: Die Oldtimerfreunde Gingen waren vom Filstal auf die Alb getuckert und präsentierten ihre liebevoll res­taurierten Raritäten.

Segelflug, Motorsegelflug und Modellflug sind für rund 60 aktive und fliegende Mitglieder des Luftsportvereins eine Faszination. Aber auch für viele „Fußgänger“, wie sich am Sonntag zeigte. Spektakuläre Flugvorführungen sind jedoch erst beim großen Airliner-Treffen im kommenden Jahr wieder zu erwarten, weil hier auf den Verein erhebliche finanzielle Belastungen zukommen. Lizenzen und Versicherungen sind teuer. Tobias Eberhardt, früher Vorsitzender des Vereins, jetzt Organisator des Airliner-Treffens im nächsten Jahr, beklagt auch den enormen „Papieraufwand“, dass die kleinen Flieger in Oppingen lufttüchtig sind: „Wir haben die gleichen Unterlagen auszufüllen, als hätten wir eine Boeing.“

200 Euro zahlen Flugschüler aktuell bis zum ersten Alleinflug für alle Starts im Rahmen ihrer Ausbildung, die sie mit 13 Jahren beginnen können. Während Eberhardt beim wahren, sportlichen Fliegen über die „Nimbus“ von Martin Sebald spricht, steigt er selbst „zum Abschalten bei überlastetem Kopf“ in den „Falken“, eine Motormaschine mit einer Reichweite von 800 Kilometern: Das entspricht in etwa der Strecke von Oppingen nach Rügen  –  mit Reserve. Das Fliegen fordere geistig sehr, weil jede Sekunde eine Entscheidung getroffen werden müsse. „Man kann über nichts anderes mehr nachdenken und ist dann wieder frei und geerdet bei der Landung“, sagt Eberhardt.

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