GZ-Aktion Ein Bildungszentrum für Kinder und Frauen in Bolivien

Die Mauern für das Bildungszentrum für Kinder- und Frauen wurden von jungen, deutschen Freiwilligen gemeinsam mit bolivianischen Jugendlichen unter fachlicher Anleitung in die Höhe gezogen.
Die Mauern für das Bildungszentrum für Kinder- und Frauen wurden von jungen, deutschen Freiwilligen gemeinsam mit bolivianischen Jugendlichen unter fachlicher Anleitung in die Höhe gezogen. © Foto: Die Mauern für das Bildungszentrum für Kinder- und Frauen wurden von jungen, deutschen Freiwilligen gemeinsam mit bolivianischen Jugendlichen unter fachlicher Anleitung in die Höhe gezogen. Foto: DiMOE
Geislingen / Von Claudia Burst 08.12.2018

Santa Cruz de la Sierra ist eine Millionenstadt im Zentrum Boliviens. Sie wächst schnell, vor allem, weil sich Menschen aus den Landgebieten dort am Rand der Großstadt ansiedeln. Auf diese Weise entwickeln sich inmitten des wüstenähnlichen Geländes zahlreiche kleine Viertel mit einfachen Ziegelhäuschen – und sonst fast keiner Infrastruktur. Das bedeutet Schotterstraßen statt Asphalt, hin und wieder wird der Müll abgeholt oder auch nicht, es gibt keine richtigen Läden, sondern nur private Buden, keine Gesundheitsstationen, keine Ärzte, keine Schulen. Bis ins Zentrum von Santa Cruz dauert es mit den unregelmäßig verkehrenden Mini-Bussen eineinhalb Stunden, bis zur nächsten Schule über eine Stunde. Eine Fahrt, die vor allem für kleine Schüler nicht ungefährlich ist, wie Yasna Crüsemann vom Ulmer DiMOE (Dienst für Mission, Ökumene und Entwicklung) vor Ort von einem Bewohner erfahren hat. „Weil sowohl die Straßen und die Busse in schlechtem Zustand sind, aber auch, weil die Kinder ohne jegliche Aufsicht fahren müssen.“

Deshalb baut das Evangelische Jugendwerk (EJW) in Kooperation mit dem DiMOE  und mit Unterstützung weiterer Institutionen (siehe Info) in einem dieser Viertel ein Bildungszentrum für Kinder und Frauen. In diesem sollen anfangs schulische Ergänzungsangebote wie Hausaufgabenbetreuung oder Nachhilfeunterricht oder Betreuung für Straßenkinder angeboten werden. Geplant ist, das Gebäude später in eine Grundschule umzufunktionieren. Die Deutschen arbeiten dafür mit der Bolivianischen Evangelisch-Lutheranischen Kirche zusammen, ihr Ansprechpartner ist Bischof Emilio Aslla Flores.

Yasna Crüsemann war im Sommer Leiterin des Jugendprojekts „Internationales Workcamp Bolivien“, das das EJW mit dem DiMOE organisiert hat. 14 deutsche Jugendliche, davon sieben aus dem Kirchenbezirk Geislingen, zogen gemeinsam mit zehn jungen Bolivianern innerhalb von zwei Wochen die Mauern dieses Kinderzentrums hoch. Eine nicht einfache Aufgabe trotz der Fachkräfte vor Ort, wie Crüsemann erzählt. So hatten die Jugendlichen etwa an einem windigen Tag inmitten von aufgewirbeltem Staub und Dreck unter fachlicher Anleitung eine Mauer aufgebaut. Ein heftiger Sturm in der Nacht ließ diese Mauer total zusammenbrechen. „Die Arbeiter hatten ihre Stützpfeiler noch nicht mit der Mauer verbunden“, erklärt die Pfarrerin das Missgeschick. Die Jugendlichen hätten sich von dem Rückschlag nicht unterkriegen lassen – und am Ende ihrer Einsatzzeit standen die Mauern der künftigen Grundschule samt Stützpfeilern. „Jetzt fehlt noch das Dach beziehungsweise auch das Geld für dessen Bau“, erzählt Yasna Crüsemann. Geplant ist ein Flachdach aus Beton. „Damit die Schule bei Bedarf irgendwann aufgestockt werden kann.“

Die Räume in dem Viertel mit dem Hoffnung verheißenden Namen „Mapaiso Sur II“ („Mein Paradies“ im Süden II) dienen, wenn sie fertiggestellt sind, mehreren Zwecken. In erster Linie den Kindern vor Ort.

Aber auch Frauen sollen dort Weiterbildungskurse erhalten oder etwas lernen dürfen. „Weil Bildung der wichtigste Schlüssel zur Entwicklung ist – und damit ein wirksames Mittel, um Armut zu mindern und Hoffnung auf Zukunft zu schaffen.“

Info Die Finanzierung des Dachs ist noch offen, der Rest wurde unterstützt vom Gustav-Adolf-Werk, vom Bund, von privaten Spendern, aus dem Erlös des Geislinger Kirchencafés sowie vom Rotary Club Geislingen-Laichingen.

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