Gesang Ein Abend der großen Emotionen

Geislingen / Heike Siegemund 26.06.2018

Fußball? War an diesem Abend ganz weit weg. Während das deutsche und schwedische Team bei der WM um Tore kämpften, entführte Torsten Moll mit seinen Freunden sowie den Schülern und Studenten der „New Stage Company“ im mit etwa 170 Zuschauern fast vollen Theater im Sägewerk in eine andere Welt. Es war eine Traum- und Märchenwelt mit Musik, Gesang und Tanz, Lichteffekten, schicken und pompösen Kleidern und Kostümen, guter Laune und großen Emotionen.

Anlässlich seines 20-jährigen Bühnenjubiläums hatte Moll, Profitänzer, Choreograf und Leiter der Tanz- und Musicalschule „Newstage Company“, zu einer Jubiläumsgala geladen. Mit der Sängerin Marika Lichter aus Wien, dem Opernsänger und Gesangspädagogen Nico Müller aus Dresden sowie den Talenten seiner Schule präsentierte er eine mitreißende und professionell gestaltete Gala, in der die Künstler einen Glanzpunkt nach dem anderen setzten. Toll und passend war auch das Bühnenbild, bestehend aus Requisiten des Musicals „Dracula“, das derzeit im Theater im Sägewerk zu sehen ist.

Im Handumdrehen begeistert

Bereits zu Beginn der Veranstaltung begeisterten Moll, Lichter und Müller, flankiert von zwei leicht bekleideten Tänzerinnen, mit „Lullaby of Broadway“ aus dem Musical „42nd Street“. Die Stimmen, Gestik und Mimik, die Körperhaltung und Bühnenpräsenz – im Handumdrehen hatten die Darsteller die Sympathien der Gäste für sich gewonnen. Erst recht, als Moll und Lichter begannen, miteinander zu schäkern. Moll: „Wir haben ein Mammutprogramm mit fast 40 Nummern vor uns – also quatsch‘ nicht so viel.“

Die Wienerin präsentierte das Lied „Lady is a Tramp“ aus ihrem Bühnenprogramm „Zeitlos“ und sehnte sich einen Tanzpartner herbei. Wie aus dem Nichts pirschte sich der charmante Mihaljev an, um mit der Dame eine flotte Sohle aufs Parkett zu legen. Mihaljev trat an diesem Abend immer wieder als Tänzer in Erscheinung, einmal in einem weißen, extravaganten, geschlitzten Anzug, der viel Bein zeigte.

Eine fesselnde Wirkung hatte auch Müller auf die Zuschauer: Er präsentierte Stücke aus bekannten Musicals wie „This is the moment“ aus „Jekyll and Hyde“, „Bring him home“ aus „Les Misérables“ und „Die Musik der Nacht“ aus „Phantom der Oper“, aber auch den Popsong „Music“. Die Töne hielt er zum Teil so lange, dass man es als Zuschauer beinahe mit der Angst zu tun bekam – doch freilich ging dem Profi die Puste nicht aus.

Der „Jubilar“ selbst begeisterte mit seiner grandiosen Stimme und seiner liebenswerten Art beim Song „Stern“ aus „Les Misérables“ sowie bei etlichen Duetten, unter anderem mit Marika Lichter. Sofort wurde deutlich: Die beiden sind ein eingespieltes Team und sprühen nur so vor beschwingter Heiterkeit.

Nachwuchs ist auch dabei

Schön war, dass auch die Nachwuchstalente an diesem Abend ihr Können zeigen konnten. Entzückend beispielsweise der neunjährige Rosen Schweizer, der mit Moll das „Dschungelbuch“-Lied „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ sang. Oder die zehn Jahre alte Tessa, die mit ihrer Mutter Michaela Staudenmaier auftrat. Unbekümmert und keck kam das blonde Mädchen daher, scheinbar ohne eine Spur von Nervosität – auch bei der Ensemblenummer „When I grow up“, die sie mit Emily Hagmann und anderen zum Besten gab. Mit „What a wonderful world“ bezauberte Sofie Kneer mit Moll. Einen anderen Sound brachten David Kneissler und Mia Thaler ins Theater im Sägewerk: Während David rappte, begleitet von einem Tanzensemble, faszinierte Mia mit den Popsongs „Strong“ und „For you“ – eine Zwölfjährige mit unglaublicher Stimmgewalt.

Souveränität zeigten auch Immanuel Grau, Doris Lausecker, Leonie Rupp, Wiebke Dobbehaus, Stefanie Martin, Michael Allmendinger, Ruby Kiener und Karina Allmendinger sowie Tänzerinnen wie Maria-Christin Schwarzkopf. Es war ein Genuss, jedem Einzelnen zuzuhören und zuzusehen. Als besonders berührend erwies sich der Auftritt der Gruppe „Special Need“: Die Mitglieder, darunter Menschen mit Behinderung, führten einen Tanz mit bunten Tüchern zum Song „Regenbogen“ von Vanessa Mai auf.

Am Ende holte der Fußball dann doch alle Beteiligten aus der Traumwelt: Vuvuzela-Klänge waren zu hören – ein untrügliches Zeichen für den Sieg der deutschen Mannschaft. Die Sänger und Tänzer traten zu „Tipitipitipso“ und „Thank you for the music“ noch gemeinsam auf die Bühne. Die Zuschauer erhoben sich von ihren Stühlen, tanzten und klatschten im Takt mit. Ein glanzvolles, buntes Schlussbild eines wunderbaren Abends.

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