Was für ein Auflauf in Gingen und Kuchen: In beiden Gemeinden üben die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr den Ernstfall. Zuschauer sind – anders als bei echten Einsätzen – unbedingt erwünscht.

Übungsszenario: Unfall auf Hafenplatz vor Bürgerhaus in Kuchen

In Kuchen spielt sich der inszenierte Feuerwehreinsatz in prominenter Lage, auf dem Hafenplatz vor dem Bürgerhaus, ab. Das Szenario: Zwei Kleinfahrzeuge sind zusammengeprallt. Die Kollision war so stark, dass sich die beiden Autos verkeilt haben. Während ein Fahrer sein Auto aus eigener Kraft unverletzt verlassen kann, muss der zweite, einge­klemmte Fahrer von der Feuerwehr befreit werden. Unter Leitung von Ralf Wagner legen die Feuerwehrleute – 16 Männer, eine Frau – kurz nach 18 Uhr los. Anfahrt über die im Feierabendverkehr verstopfte B 10 sowie die Bahnhofstraße. Als die Unfallumstände klar sind, machen sich die ersten Feuerwehrleute mithilfe der hydraulischen Rettungsschere an die Arbeit, nachdem die Windschutzscheibe entfernt ist. Ruck, zuck ist das Fahrzeugdach ab, und der Renault steht wie eine geöffnete Ölsardinendose da.

Deggingen

Während der eine Trupp mit dem Fahrzeug und der Rettung des Verletzten beschäftigt ist, steht die zweite Einsatzgruppe zur Absicherung mit der Schaumlöschkanone bereit. Etwa 50 Zuschauer beobachten das Geschehen; auch einige Gemeinderäte überzeugen sich vom Leistungsstand der Feuerwehr. Bürgermeister Bernd Rößner übernimmt nach knapp 30 Minuten Einsatzzeit die Manöverkritik, die aus ­lobenden Worten besteht.

Übung in Gingen: Feuer im evangelischen Kindergarten an der Brunnenstraße

Noch umfangreicher ist das Personal- und Fahrzeugaufgebot bei der Hauptübung in Gingen: 27 Feuerwehrleute sowie zehn Mädchen und Jungen der Jugendfeuerwehr rücken mit vier Fahrzeugen an. Dichter Qualm signalisiert schon von Weitem, dass es in der Brunnenstraße brennt. Im evangelischen Kindergarten ist es beim Zubereiten von Essen zu einem Küchenbrand gekommen.

Frieder Honold: „Wasser marsch!“

Fünf Kinder und ein Erwachsener befinden sich noch im ­Gebäude; aufgespürt werden sie mithilfe einer Wärmebildkamera. Nach und nach werden die ­Vermissten von Feuerwehrleuten mit Atemschutzgeräten ins Freie geleitet oder auf Tragen transportiert – aufmerksam beobachtet von einer großen Zuschauerzahl. Einsatzleiter Frieder Honold gibt das Kommando „Wasser marsch“. Aus einem B- und zwei C-Rohren schießt das Wasser aufs Gebäude. Mit Entlüftern, großen Ventilatoren, wird der Kindergarten rauchfrei gemacht.

Lob von Kommandant Reinhold Schauer und Geislingens Kommandant Jörg Wagner

Der Einsatz in Gingen dauert knapp 50 Minuten; Kommandant Reinhold Schauer, Gingens Bürgermeister Marius Hick und Geislingens Feuerwehrkommandant Jörg Wagner in Vertretung des Kreisbrandmeisters loben die Arbeit und das gelungene Zusammenspiel der Einsatzkräfte.

Auch kommendes Jahr wird die Hauptübung wieder am selben Tag stattfinden, erläutert Reinhold Schauer. Dann werde auch ein neues Fahrzeug im Einsatz sein, wie Bürgermeister Marius Hick ergänzt – der Auftrag dafür sei bereits vergeben worden.

Mit einem Geschenk bedanken sich die Mädchen und Jungen des Kindergartens für den Einsatz: Sie überreichen den Feuerwehrleuten ein selbst gebasteltes Haus, in dem sich Bier befindet.