Aufhausen Aufhausens Villa Sonnenschein ist Faire Kita

Marianne Witziok und ihre kleinen Schützlinge zeigen es: Am Beispiel der Banane haben die Kinder gelernt, was fairer Handel bedeutet.
Marianne Witziok und ihre kleinen Schützlinge zeigen es: Am Beispiel der Banane haben die Kinder gelernt, was fairer Handel bedeutet. © Foto: Markus Sontheimer
Aufhausen / Jochen Weis 17.07.2018
Die Aufhausener Villa Sonnenschein ist seit Juni Faire Kita. Am Beispiel der Banane lernten die Kinder, was fairer Handel bedeutet.

„Nachhaltigkeit ist unsere Philosophie“, sagt Marianne Witziok, Leiterin der Aufhausener Kita Villa Sonnenschein: „Uns umgibt so viel an Ressourcen, die wir nutzen können. Und die Kinder sollen ein Bewusstsein für diese Ressourcen entwickeln. Wir müssen die Kinder stabil machen für die Zukunft und ihnen zeigen, wie sie diese Zukunft gestalten können.“

Das Thema findet seit sechs Jahren Niederschlag in den unterschiedlichsten Projekten. Die Kinder bauen beispielsweise Gemüse im eigenen Garten an, zur Kita gehören außerdem mehrere Bienenstöcke, außerdem haben die Kinder die Pflege einer kleinen Streuobstwiese übernommen – ein auf drei Jahre angelegtes Projekt, gefördert von der Baden-Württemberg-Stiftung, das in diesem Jahr zu Ende geht.

Seit Juni ist die Villa Sonnenschein zudem zertifiziert als „Faire Kita“. Dieses Gütesiegel vergibt das Entwicklungspädagogische Informationszentrum Reutlingen (Epiz), bislang dürfen sich lediglich fünf Einrichtungen im Land damit schmücken. Ziel einer Fairen Kita ist es, den globalen Blick der Kinder zu schärfen, das Bewusstsein für fairen Handel und Gerechtigkeit.

Ein wesentlicher Bestandteil, aber auch Anforderung, um das Zertifikat zu bekommen, ist hierbei die Bildungsarbeit mit den Kindern. Die Erzieherinnen in Aufhausen haben das Thema Fairer Handel am Beispiel der Banane umgesetzt, „auch weil wir bei uns Zweijährige haben, für die Bananen etwas Elementares sind“, wie Witziok erläutert.

Wo wachsen Bananen? Was bedeutet fair gehandelt? Was unterscheidet eine fair gehandelte Banane von einer ohne Gütesiegel? Und warum geht letzteres zu Lasten der Plantagenarbeiter, die nur wenig Lohn bekommen und deshalb kein Geld haben, um ihre Kinder zur Schule zu schicken? Wobei die ohnehin auf der Plantage mitarbeiten müssen, damit die Familie durchkommt. Diesen und noch vielen weiteren Fragen spürten die Kinder nach. Mit dem Ergebnis, „dass sie das Thema Fair Trade in ihre Familien hintragen und damit auch ihre Eltern dafür sensibilisieren“. Nachhaltiger könnte also auch da die Wirkung kaum sein.

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