Umsiedlung Geislingens schwarze Schwäne ziehen um

Seit 2014 schwammen die  Trauerschwäne im Stadtbach.
Seit 2014 schwammen die Trauerschwäne im Stadtbach. © Foto: Rainer Lauschke
Geislingen / SWP 17.04.2018
Auf dem Geislinger Stadtbach werden keine Schwäne mehr schwimmen. Die Bedingungen sind laut dem Eigentümer zu schlecht.

Auf der Rohrach werden künftig keine Schwäne mehr schwimmen: Der Verein der Geflügel- und Vogelfreunde Geislingen als Eigentümer hat beschlossen, die Haltung der Entenvögel im Stadtbach auf unbestimmte Zeit einzustellen. „In Anbetracht der jüngsten Ereignisse rund um die Schwäne und der Vorfälle in den letzten Jahren, fühlen wir uns verpflichtet, dem Tierwohl den Vorrang vor der Tradition zu geben“, heißt es in einer Pressemitteilung. Kurz vor Ostern musste die Stadt drei tote Küken aus dem Gewässer fischen, woraufhin der Verein intern über eine mögliche Umsiedlung beriet.

Im Zuge der Umbaumaßnahmen rund um die Kreissparkasse und das Rathaus seien Frei- und Trockenflächen für die Tiere ersatzlos verlorengegangen, berichtet der Eigentümer. Des Weiteren habe die Verschmutzung des Bachs, auf dem seit 1865 Schwäne gehalten wurden, immense Ausmaße angenommen. Ein weiterer Aspekt, der zu der Entscheidung geführt habe, sei „das Unverständnis und die Verrohung von so manchem Zeitgenossen“. Die Tiere seien mit Gegenständen wie Steinen und Flaschen beworfen worden.

Auch das Füttern der Tiere hat eine Schattenseite: Für die Tiere ist es gefährlich, wenn sie mit ganzen Brotscheiben überfüttert werden oder vergammelte Lebensmittel fressen.

Die zwei schwarzen Trauerschwäne, die der Geflügelverein im Sommer 2014 im Stadtbach angesiedelt hatte, hatten in den vergangenen sechs Monaten zwei Bruten mit insgesamt neun Küken – keines davon überlebte, die Gründe sind unklar.

„All diese Umstände und die Tatsache, dass keine Besserung in Sicht ist, veranlassten uns leider zu diesem schweren Schritt“, schreibt der Eigentümer. Die Tiere kommen nun in einen Ziergeflügelpark in der Nähe von Crailsheim. Dort würden die Haltungsbedingungen den Entenvögeln gerechter.