Geislingen Die ersten Alb-Traum-Läufer sind im Ziel

Die Halbträumer auf der Schildwacht oberhalb Geislingens. Paul Tezlaw schaffte die 57 Kilometer lange Strecke in 5:39 Stunden. Zeit lassen können sich die anderen Läufer bis Sonntagmorgen um 4 Uhr.
Die Halbträumer auf der Schildwacht oberhalb Geislingens. Paul Tezlaw schaffte die 57 Kilometer lange Strecke in 5:39 Stunden. Zeit lassen können sich die anderen Läufer bis Sonntagmorgen um 4 Uhr. © Foto: Thomas Madel
Geislingen / Kathrin Bulling 12.05.2018
Uli Calmbach und Paul Tezlaw heißen die Sieger des Alb-Traums über 115 Kilometer beziehungsweise des Halb-Traums über 57 Kilometer. Stephanie Lieb finishte als erste Frau und Gesamtvierte auf der langen Strecke.

Im Ziel ist Paul Tezlaw zwar noch etwas außer Atem. Eins will er aber sofort loswerden: „Das war der geilste Ultratrail, den ich je als Wettkampf gelaufen bin.“ Der für den DJK Schwäbisch Gmünd startende Ausdauersportler kommt am Samstagnachmittag um exakt 14.39 Uhr, nach 5:39 Stunden, als erster der sogenannten Halb-Träumer ins Ziel an der Geislinger Jahnhalle.

Zusammen mit rund 120 anderen Läufern hat er die „kleine“ Strecke des Ultra-Benefizlaufs mit 57 Kilometern und 1700 Höhenmetern in Angriff genommen: Von der Jahnhalle ging es ins Täle, bei Deggingen dann ab Richtung Reichenbach und Unterböhringen, die Hausener Wand hinauf, über den Kuchberg nach Gingen und zurück nach Geislingen – mit einem Abstecher durchs Felsental. Es sei die geniale Mischung aus Anstiegen, Trails, breiteren und flachen Wegen, die die Strecke so attraktiv machten, sagt Tezlaw. Auch weitere Läufer bestätigten schon unterwegs an den Verpflegungsstationen, wie sehr ihnen die Laufstrecke gefalle. Viele sind derzeit noch unterwegs – bis Sonntagmorgen um 4 Uhr haben sie Zeit, ins Ziel zu kommen.

In den Ohren der Veranstalter, des gemeinnützigen Vereins Alb-Traum100, dürfte das Lob wie Musik klingen. Die acht Hauptverantwortlichen haben die Premiere des Benefizlaufs auf dem Albtraufgängerweg fast ein Dreivierteljahr lang vorbereitet, sich als versierte Ultraläufer viele Gedanken gemacht, Wegabschnitte nachbeschildert und geeignete Stelle für die Verpflegungsstationen ausgetüftelt. Mehr als 40 Spender und 80 Helfern unterstützen sie nun bei der Umsetzung.

53 ganz Harte sind schon am Samstag um 4 Uhr auf die große Strecke gestartet: den Alb-Traum mit 115 Kilometern und 3400 Höhenmetern. Er verläuft komplett auf dem Albtraufgängerweg – anders als der Halb-Traum, der mittendrin abzweigt. Dass man den für Wanderer auf sechs Tage ausgelegten Weg auch in unter 13 Stunden schaffen kann, hat vor nicht einmal einer Stunde Uli Calmbach bewiesen: Der versierte Bergläufer aus Donzdorf kam nach exakt 12:24 Stunden um 16.24 Uhr ins Ziel – bejubelt von den Helfern und Zuschauern.

Unter den ersten 25 Finishern des Halb-Traums sind auch vier Frauen: Katja Kust (15.), Iris Groß (19.), Sylvia Ellwanger (22.) und Petra Kübler (23.) kamen zwischen 16 und 16.25 Uhr ins Ziel und brauchten demnach keine acht Stunden für den Lauf.

Helfer, Freunde und Familien nehmen die Läufer noch bis Sonntag um 4 Uhr in Empfang – wer die Extremsportler begrüßen und beklatschen will, findet das Ziel direkt bei der Jahnhalle.

Als Rahmenprogramm findet an diesem Samstag von 19 bis 21 Uhr beim Biergarten im Stadtpark auch das zweite „Campfire“-Konzert mit Oberbürgermeister Frank Dehmer und weiteren Sängern und Gitarristen zum Mitsingen statt – dank des schönen Wetters im Freien, am Lagerfeuer.

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Aktualisierung: Die erste Frau, die den 115 Kilometer langen Alb-Traum gefinisht hat, heißt Stephanie Lieb. Sie kam um 17.50 Uhr nach 13:50 Stunden als Gesamtvierte aller Langdistanz-Starter ins Ziel.