Kreis Göppingen Die Angst vor dem Unbekannten genommen Besuch der Landfrauen im Brustzentrum der Alb Fils Kliniken in der Klinik am Eichert

SWP 29.11.2012

Was Betroffene bei der Diagnose Brustkrebs erwartet, erläuterten Experten des seit zehn Jahren zertifizierten Brustzentrums der Alb Fils Kliniken in der Klinik am Eichert vor 60 Landfrauen aus dem Kreis Göppingen.

"Es ist wichtig, einen Einblick zu bekommen, es nimmt die Angst vor Unbekanntem", sagte Anne Breitenbücher, Kreisvorsitzende der Landfrauen. Mit drei Gruppen interessierter Frauen besuchten sie und ihre Stellvertreterinnen Berta Kälberer und Ursula Weller das interdisziplinäre Brustzentrum. Dessen Chefarzt, Professor Albrecht Hettenbach, appellierte in seinem einführenden Vortrag: "Je früher eine Veränderung an der Brust erkannt wird, umso höher die Heilungschancen." Da das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, mit fortschreitendem Alter steige, sei die Teilnahme am kostenlosen Mammografie-Screening für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren wichtig. "Im Jahr 2011 hatten wir 175 Primärfälle, davon hatten 43 Patientinnen aus dem Screening einen Tumor, den wir sehr früh erkennen konnten", berichtete Hettenbach. Eine fächerübergreifende Rundumbetreuung auf aktuellem Stand der Forschung und Technik mache dies möglich. Anders als noch vor Jahren kann heute brusterhaltend operiert werden. Ist eine Brustentfernung unumgänglich, kann nach sechs bis zwölf Monaten der Wiederaufbau beginnen. Die Alb Fils Kliniken haben dazu einen chirurgisch-ästhetischen Experten im Hause. Die Frage aus dem Publikum, ob das Screening nicht auf 40-Jährige herabgesetzt werden sollte, verneinte der Chefarzt. "80-jährige Frauen sind heute fit und lebenslustig, eine Verlagerung ins höhere Lebensalter wäre daher sinnvoller." Wie die Zeit nach einer Operation in der Praxis aussieht, erläuterte Stationsleiterin Zorica Zivkovic.

Mit großer Aufmerksamkeit bestaunten die Landfrauen die neu eingerichtete Komfortstation und ließen sich die Aktion Herzkissen, die sehr erfolgreich zur seelischen Unterstützung beiträgt, erklären. "Die Therapien haben sich total verändert", schilderte Oberärztin Ute Lindner. In ihren Ausführungen ging sie unter anderem auf Hormontherapie, die Metastasierung und den Unterschied zwischen Bestrahlung und Chemotherapie ein. Ein praxisorientierter Gang zu den Mammografie-Geräten und in die Diagnostik rundete die zweistündige informative Führung der Landfrauen durch das Brustzentrum ab.