Geislingen an der Steige / ANNI SCHWEIZER  Uhr

Der Jahrgang 1940/41 Altenstadt besuchte dieser Tage die Pumpstation der Albwasserversorgung Ostalb im Eybacher Tal. Von Wassermeister Martin Pulvermüller erfuhren die Jahrgänger viel Wissenswertes über die Errungenschaften des Erbauers Karl von Ehmann, dem Pionier der Albwasserversorgung. Auf der Alb herrschte stets Wassermangel, in Trockenzeiten mussten die Menschen das kostbare Nass mühsam mit Gespannen von Bächen und Quellen der Täler in ihre Dörfer transportieren - eine Schinderei für Mensch und Tier.

Die Situation änderte sich 1880 grundlegend, als die Pumpstation im Eybacher Tal in Betrieb ging. Trinkwasser wurde nun mit Wasserkraft auf die Alb gepumpt und über ein Netz von Speicherbehältern und Rohrleitungen in die Dörfer verteilt. Dazu hatte Pulvermüller eine Anekdote parat. Auf die Notwendigkeit der öffentlichen Wasserversorgung angesprochen, erklärte ein Schultheiß zur bis dato misslichen Situation mit dem oft nicht gerade sauberen Wasser aus Bottichen und Hülen verschmitzt: "Für ons wärs scho no reacht, aber s Vieh wills halt nemme saufa."

Die Anlage im Eybacher Tal zur Wassergewinnung und Wasserverteilung wurde ständig ausgebaut und modernisiert, weitere Quellen kamen für die Wasserversorgung hinzu. Das Trinkwasser wird vom Eybacher Tal in den 300 Meter höher gelegenen Hochbehälter bei Böhmenkirch und ins weit verzweigte Netz der Ostalb-Wasserversorgung gepumpt.

Pulvermüller erklärte, wie das Wasser mit Filteranlagen, die mit Quarzsand gefüllt sind, gereinigt und aufbereitet wird, sodass es Trinkwasserqualität hat. Weiter erzählte er, dass eine Turbine einen Teil des Stroms, den man für den Antrieb der Elektropumpen benötigt, selbst produziert, um die Kosten niedrig zu halten. Die Jahrgänger waren stark beeindruckt von der Pumpstation - was sich auch darin zeigte, dass Pulvermüller ihren Fragen noch lange Rede und Antwort stehen musste.