Neidlingen Der Reußenstein: Wald, Geschichte, und Archäologie

Neidlingen / SWP 27.06.2013

In der Quadrilogie der Burgenerkundungen im Jubiläumsjahr des Landkreises Göppingen rückt am Sonntag, 30. Juni, die Burg Reußenstein in den Blickpunkt von Revierleiter Rainer Ohngemach, Kreisarchäologe Dr. Reinhard Rademacher und Kreisarchivar Dr. Stefan Lang. Im Rahmen des Rundgangs vermitteln die fachkundigen Führer Wissenswertes, Spannendes und Erbauliches zu Wald, Natur, Archäologie und Geschichte der erst vor Kurzem umfassend sanierten Burgruine. Noch völlig ungewohnt und für die Besucher überraschend ist der Blick von Nordosten auf die Burg und von ihren Zinnen in das Albvorland: eine gezielte Rohdung des Bewuchses hat dies ermöglicht.

Die 1301 erstmals urkundlich erwähnte Burg kontrollierte bis zu ihrer Aufgabe im 16. Jahrhundert den alten Albaufstieg von Weilheim nach Wiesensteig und somit den Fernhandel in Richtung Ulm. In exponierter Position am Albtrauf dokumentiert die Burg Reußenstein den Willen ihrer Erbauer, eine zugleich wehrhafte wie auch repräsentative Wehranlage zu erstellen. Ein gewaltiger Einschnitt trennt den hoch aufragenden Felsen mit der im 13. Jahrhundert erbauten Burg von der Albhochfläche. Wallreste deuten auf die Existenz einer Vorburg hin. Im Inneren der zentralen Anlage sind noch Spuren von drei Stockwerken und der Küche mit Rauchabzug erkennbar.

Bei dem wehrhaften Charakter der Burg ist es kaum zu glauben, dass sie im 14. und 15. Jahrhundert im Rahmen von Fehden mehrfach eingenommen wurde und dabei auch noch unzerstört blieb. Aber bereits im 16. Jahrhundert wurde die Wehranlage aufgegeben und dem Verfall preisgegeben.

Zum Ausklang des Streifzugs sorgen die Volleyballer der TSV Oberes Filstal an der Grillstelle bei der Burg für das leibliche Wohl.

Info Treffpunkt: 9.30 Uhr auf dem Wanderparkplatz Reußenstein. Eine Anmeldung ist entgegen unserer ersten Ankündigung nicht erforderlich.