SWR-Studie Der Notarzt kommt oft zu spät

Der Notarzt hat oft lange Wege bis zum Patienten vor sich.
Der Notarzt hat oft lange Wege bis zum Patienten vor sich. © Foto: swp
Raum Geislingen / Ralf Heisele 18.01.2018
Im Raum Geislingen braucht der Notarzt oft länger als zehn Minuten, bis er  beim Patienten eintrifft.

Bei einem Herzinfarkt oder einem schweren Unfall zählt jede Minute. Die Rettungsdienste in Baden-Württemberg treffen bei jedem dritten Einsatz aber später als zehn Minuten nach der Alarmierung ein. Das hat eine gestern veröffentlichte SWR-Analyse ergeben. Der Sender hat hierzu alle Notfalleinsätze im Jahr 2016 analysiert.  Das Ergebnis: Millionen Menschen in landesweit 900 Gemeinden sind demnach medizinisch nicht so versorgt, wie es wünschenswert wäre.

Auch im Raum Geislingen gibt es große Unterschiede. Zwar erfüllen die Rettungsdienste in allen Gemeinden in mehr als 50 Prozent die gesetzlich vorgeschriebene Hilfsfrist von zehn bis 15 Minuten. In einigen Gemeinden sogar in über 90 Prozent der Fälle.  Aus medizinischer Sicht sollten nach einem Notruf aber nicht mehr als zehn Minuten vergehen, bis professionelle Hilfe eintrifft – insbesondere der Notarzt, der häufig erst nach dem Rettungswagen vor Ort ist. Die Chancen hierfür sind in einigen Orten im Verbreitungsgebiet sehr schlecht:  In Mühlhausen hatte  man 2016 rein rechnerisch nur in 0,2 Prozent der Einsätze die Chance, dass der Notarzt innerhalb von zehn Minuten eingetroffen ist. Nicht viel besser sah es laut der SWR-Analyse in Wiesensteig (0,8 Prozent), Amstetten (7,6), Hohenstadt (9,6), Bad Ditzenbach (11) und Böhmenkirch (23,2) aus. Dagegen konnte 2016 ein  Bürger in Kuchen zu fast 100 Prozent damit rechnen, dass der Notarzt innerhalb von zehn Minuten da war. Ebenfalls sehr gut kommen in der Modellrechnung  Gingen und Geislingen (je 91 Prozent) und Bad Überkingen (74) weg.

Als Gründe für die teils gravierenden Unterschiede werden die oft langen Wege von Rettungswachen und zu wenig Fahrzeuge genannt.  Auch steige die Zahl der Einsätze ständig an.

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