Geislingen an der Steige Datschi mit Vanillesahne

Leckerei zur Herbstzeit: Ein Zwetschgendatschi selbst gebacken. Foto: Walter Bauhofer
Leckerei zur Herbstzeit: Ein Zwetschgendatschi selbst gebacken. Foto: Walter Bauhofer
WALTER BAUHOFER 05.10.2013
Die Zeit der Zwetschgen hat begonnen. Die beliebten Steinfrüchte schmecken herrlich auf Kuchen und in Kompott und trösten mit ihrem fruchtig-süßen Aroma über den Ausklang der warmen Jahreszeit hinweg.

Jede Jahreszeit hat ihre Besonderheit. Der Herbst ist die Zeit der Pflaumen und des Zwetschgendatschi. In Augsburg soll der Zwetschgendatschi erfunden worden sein. Er gilt als kulinarische Spezialität der Stadt. "Datschiburg" wird die Stadt deshalb auch manchmal genannt. In Norddeutschland heißt der Zwetschgenkuchen Pflaumenkuchen, in Hessen und Rheinland-Pfalz Quetschekuche. Die Bayern und wir nennen ihn Zwetschgendatschi.

Nie kämen wir auf die Idee, Zwetschgen als Pflaumen zu bezeichnen. Denn Zwetschgen sind nicht einfach nur Pflaumen. Die Zwetschge ist eine Unterart der Pflaume und unterscheidet sich vor allem durch ihre längliche Form von der runden Pflaume. Je später die Zwetschgen geerntet werden, umso reifer, süßer und besser sind sie für den Zwetschgendatschi.

Das Wort Datschi kommt vermutlich von dem süddeutschen Dialektwort "detschen" oder "datschen", was man mit "hineindrücken" übersetzen kann. Die Zwetschgen werden nämlich in den Teig hineingedrückt. Traditionell wird der Kuchen auf Blechen gebacken. Runde Formen sind bei Kuchenessern nämlich deplatziert.

Mürbe- oder Hefeteig? Darüber streiten die Profis. Und auch darüber, wie der Kuchen serviert wird, gibt es viele Meinungen. Traditionalisten genießen ihn pur, höchstens noch mit gesüßter Sahne, Vanillesahne oder Vanilleeis. Ganz anders in Hessen. Dort serviert man zum Quetschekuchen eine Kartoffelsuppe.

Das Rezept

Heute backen wir einen Zwetschgendatschi, hier die Zutaten für ein Blech im Haushaltsofen:

Eine Vanillestange; 0,4 Liter Sahne; 90 Gramm Zucker; ein halber Würfel Hefe; 230 Gramm Milch; 600 Gramm Mehl (Type 405); 110 Gramm Zucker; eine Prise Salz; zwei Eier (Größe L); 40 Gramm Butter; 1,5 Kilo Zwetschgen sowie etwas Fett für das Backblech.

Für die Streusel benötigen wir: 100 Gramm Zucker; 100 Gramm Butter; 200 Gramm Mehl; eine Prise Salz; etwas Zimt.

Die Zubereitung

Am Vortag der Herstellung des Datschis wird für die Vanillesahne die Vanilleschote halbiert. Das Vanillemark ausgekratzt. Beide Schotenhälften sowie Vanillemark und Zucker in die Sahne geben und aufkochen. Über Nacht abgedeckt kühlstellen. Anderntags die beiden Schotenhälften entnehmen und die eiskalte, vanillisierte Sahne mit einem Handrührgerät steifschlagen.

Hefe in lauwarmer Milch (maximal 37 Grad) auflösen. Aus Mehl, Zucker, Salz, Eiern, und weicher, jedoch nicht flüssiger Butter sowie der Milch einen Teig zubereiten. Dabei gut kneten und eventuell etwas Mehl zur besseren Verarbeitung zugeben. Hefeteig abgedeckt an einem warmen Platz gehen lassen.

Zwischenzeitlich die Zwetschgen halbieren und entsteinen. Den Teig ausrollen und das gefettete Backblech damit auslegen. Mit den halbierten Zwetschgen belegen. Aus Zucker, weicher Butter, Mehl, Salz und Zimt Streusel herstellen. Dabei die Zutaten gut miteinander "verkneten". Diese über die Zwetschgen bröseln. Den Datschi für etwa 50 Minuten in den auf 170 Grad vorgeheizten Backofen schieben. Entnehmen und eventuell mit etwas Zimtzucker bestreuen, damit sich dieser noch auflöst.

Tipps vom GZ-Küchenmeister