Leicht, spielerisch und in Gemeinschaft wieder in Kontakt kommen – mit sich, mit dem Fühlen und Spüren: Das verspricht Carmen Merstadt aus Reichenbach im Täle den Teilnehmern ihrer ­„Power of Life“-­Sessions. Seit 2016 leitet sie solche regelmäßig in Deggingen und in Kirchheim an. Und am 3. März stellt sie diese besondere Art des heilsamen Tanzes – eine Weiterentwicklung von „Biodanza“ (siehe Extra­kasten) – in einem eintägigen Workshop im Geislinger Haus der Familie vor.

In den Räumen des „Kraftwerk“ in der Alten Wäschefabrik in Deggingen schart sich jeden Monat ein harter Kern an begeisterten Tänzern um Carmen Merstadt. Neulinge sind jederzeit willkommen, sie können sofort einsteigen und werden so selbstverständlich in die Gruppe aufgenommen, dass es am Ende der anderthalb Stunden so scheint, als hätten sie schon immer dazugehört.

Carmen Merstadt, die das freie Tanzen für sich vor sechs Jahren entdeckt und sich dann für eine Ausbildung entschlossen hat, macht klar: PoL – so die Abkürzung für Power of Life – ist für alle Menschen, für Frauen und Männer, geeignet, die neugierig sind, sich gerne bewegen, Musik lieben und einen offenen Geist besitzen. Vorkenntnisse sind nicht nötig, denn es geht nicht darum, bestimmte Tanzschritte zu erlernen.

Also sind die PoL-Abende kein Tanzkurs im herkömmlichen Sinn. Was erwartet einen dann? Nach einer kurzen Begrüßungsrunde lässt Carmen Merstadt auch schon die Musik das Ihre tun. Diese hat sie zuvor sorgfältig ausgewählt. Sie stellt den Abend stets unter ein Thema und gibt vor jedem Musikstück ein paar Anweisungen: Einmal können sich die Tänzer zum Beispiel vorstellen, wie sie sich mit der Erde verbinden, dann wieder sollen sie sich zu zweit zusammentun, einen gemeinsamen Rhythmus finden und so durch den Raum spazieren, das nächste Musikstück eignet sich dazu, dass die Tänzer sich ganz den Beats hingeben und alles aus sich herausschütteln, was sie loswerden möchten.

Die Musikstücke sind entsprechend unterschiedlich: Mal enthalten sie spielerisch-leichte Elemente, dann vorantreibende, dazwischen sind auch einmal sehr beruhigende, sanfte Klänge zu hören. Geredet wird im Verlauf des Abends so gut wie gar nicht. Carmen Merstadt erklärt, warum das essenziell ist: „So kommt man vom Kopf – der beim Reden dabei ist – ins Fühlen, ins Herz.“ PoL will ohne Worte, ohne Analyse, nur mit der Bewegung zu Musik, das autonome Nervensystem ansprechen. Dadurch kann diese Art des Tanzens harmonisierend und belebend auf Organismus und Psyche wirken. „Power of Life kann man ohne Weiteres als eine Form von Tanz-Meditation bezeichnen“, findet die 50-Jährige.

PoL kann einiges bewirken, meint die Reichenbacherin und spricht aus Erfahrung. Viel davon hat sie selbst erlebt oder an Tänzern beobachtet: Das Tanzen unterstützt das persönliche Wachstum, steigert die Lebenskraft und Lebensfreude, baut Stress ab, löst Blockaden, stärkt das Selbstbewusstsein, fördert ethische Werte wie Mitgefühl und Respekt. Man fühlt sich lebendig, man lernt, sich auszudrücken und sich zu spüren. Und das Schöne daran ist, dass man all dies unmittelbar erfährt. Die leuchtenden Augen der Tänzer nach einer PoL-Session beweisen es.

Power of Life-Sessions in und um Geislingen


Geschichte Begründer des umfassenden Systems „Biodanza“ war der chilenische Psychologe/Anthropologe Rolando Toro (1924 bis 2010) in den 1960er Jahren. 1984 kam diese Art der ganzkörperlichen und nonverbalen Bewegung nach Europa. Power of Life (PoL) wurde aus Biodanza weiterentwickelt.

Carmen Merstadt Die PoL-Trainerin ist in Reichenbach im Täle aufgewachsen. Sie ist verheiratet und Mutter zweier erwachsener Kinder. Mehr Infos auf ihrer Internetseite: www.herz­ueberkopf-cm.de

Angebot Carmen Merstadt leitet im zweiwöchigen Wechsel PoL-Abende in Deggingen und in Kirchheim an. Am 3. März gibt sie einen Workshop im Haus der Familie in Geislingen. Dauer: 10.30 bis 16 Uhr. Anmeldung über das Haus der Familie, ☎ (07331) 6 91 98.