Auszeichnung Goldene Schallplatte für Joe Ehrhardt kam mit der Post

Joe Ehrhardt mit seiner Goldenen Schallplatte: Trotz Eklats im Vorfeld freut sich der Musikmanager aus Kuchen über die Auszeichnung für seine Arbeit am Album „Here I am“ des Sängers Andreas Kümmert.  Foto: Markus Sontheimer
Joe Ehrhardt mit seiner Goldenen Schallplatte: Trotz Eklats im Vorfeld freut sich der Musikmanager aus Kuchen über die Auszeichnung für seine Arbeit am Album „Here I am“ des Sängers Andreas Kümmert. Foto: Markus Sontheimer © Foto: Markus Sontheimer
Türkheim / Eva Heer 01.07.2017
Der Kuchener Musikmanager Joe Ehrhardt bekommt für die Arbeit am Album „Here I am“ eine goldene Schallplatte. Zu Sänger Andreas Kümmert gibt es keinen Kontakt mehr.

Es sei eine „echte“ Goldene Schallplatte, sagt Joe Ehrhardt. Kein Fake. Verliehen vom in Berlin sitzenden Major-Label Universal Music, das Original. Eine offizielle Anerkennung für über 100 000 verkaufte Tonträger, inklusive Downloads. Der Kuchener Musik- und Kulturmanager ist mit dieser Auszeichnug für seine Mitarbeit am Album „Here I am“ des Singer/Songwriters Andreas Kümmert gewürdigt worden. Wie auch der Sänger selbst und die Produzenten Max Herre und Justin Stanley. Für Ehrhardt jedoch fehlte der Glamour, der eine solchen Award begleitet: Die größte Plattenfirma der Welt schickte die Trophäe auf dem Postweg nach Kuchen. Zur offiziellen Verleihung in Berlin vor wenigen Wochen ist der 52-Jährige nicht eingeladen worden.

Zwischen Joe Ehrhardt und Andreas Kümmert, dem Gewinner der Musikshow „The Voice of Germany“ im Dezember 2013, dessen Manager er bis 2014 war, herrscht Funkstille. Das Verhältnis sei zerrüttet, es gab mehrere „Eklats“, sagt Ehrhardt, sie gipfelten in einem wohl scherzhaft gemeinten Mordaufruf Kümmerts gegen seinen Ex-Manager bei einem Konzert in einem Stuttgarter Club im Frühjahr 2015.

Dennoch sagt Ehrhardt, er hege keinen Groll gegen seinen ehemaligen Schützling, der 2015 den Vorentscheid zum Eurovision Song Contest gewann, der Zweitplatzierten aber die Teilnahme am Wettbewerb in Wien überließ. Die nachträgliche öffentliche Begründung war: Kümmert leide an einer Angststörung und befinde sich in Therapie. Damals hatten sich Ehrhardt und der Sänger schon getrennt. Kurz nach der Produktion des Gold-Albums mit Max Herre im Frühjahr 2014 sei der Kontakt abgebrochen, erzählt Ehrhardt. „Kümmert hat einfach nicht mehr auf meine Anrufe und Nachrichten reagiert.“

Ein Datum werde ihm immer in Erinnerung bleiben, holt Ehrhardt aus: der 12. 12. 12. An diesem Tag habe sein ehemaliger Schützling ihm schriftlich bestätigt, an der Casting-Show „The Voice of Germany“ teilzunehmen. Man habe zuvor schon länger überlegt, den Musiker einem größeren Publikum bekannt zu machen. Deswegen habe sich Andreas Kümmert an Ehrhardt gewandt. Die beiden kannten sich noch aus der Zeit, als Ehrhardt im Raum Würzburg gelebt hat. Ehrhardt sagt: „Ich habe sein unglaubliches Talent schon gesehen, als er noch durch Pubs und Kneipen getingelt ist.“

Ganz genau 101 Tage habe Ehrhardt den Sänger mit der „sensationellen Stimme“ betreut und begleitet. Außerdem habe er über die Zusammenarbeit detailliert Tagebuch geführt. Die Aufzeichnungen spiegelten sehr gut das heutige Musikbusiness wider, sagt Ehrhardt. Es klingt ein kleines bisschen bitter. Die Auszeichnung nimmt Joe Ehrhardt mit gemischten Gefühlen, aber trotzigem Stolz entgegen: „Der Award ist die Belohnung für meine Arbeit und dokumentiert, was ich gemacht habe“, sagt er. Nach seinen Angaben haben Kümmerts Anwälte seinen Managervertrag zerlegt und er sei weder an den Einnahmen noch am Erfolg des Albums beteiligt worden.Trotz dieser Erfahrung möchte der Manager aus Kuchen weitermachen: „Erfolg wird schließlich nicht nur in Euro gemessen.“ Die goldene Trophäe soll einen Ehrenplatz im Proton Studio in Türkheim bekommen. Hier arbeitet Ehrhardt mit dem Team um Matthias Fischer unter anderem an den Produktionen der Sängerin Meg Pfeiffer und des Gitarristen Luca Stricagnoli, die er managt. Sehr familiär und freundschaftlich, wie er betont. Und vielleicht hängt ja bald weiteres Gold an der Wand – und dieses Mal mit glamouröser Verleihung zuvor.