DAS GEISTLICHE WORT: Wie wird das Wetter?

SWP 22.06.2013

Diese Woche konnten wir lesen, dass die Wettervorhersage heutzutage für sechs Tage wesentlich präziser ist als vor ein paar Jahrzehnten nur für die kommenden 24 Stunden. Das ist einerseits positiv, weil es Planungen, die wetterabhängig sind, kalkulierbarer macht, andererseits auch frustrierend, wenn Kälteeinbruch oder Dauerregen genau zum Wochenende angekündigt werden. Ob es nun gut oder schlecht oder egal ist, dass die Vorhersagen in der Regel stimmen, hängt davon ab, was ich gerade brauche.

Schwierige Sache mit dem Wetter! Vor allem die Extreme: erst dauerkalt, dann exorbitante Wechsel zwischen heiß, kalt und Starkregen. Nach vier Tagen Hochsommer werden wieder die Jacken gebraucht.

Werfen wir einmal einen Blick auf Hochs und Tiefs anderer Art. Auch unser Glaubensleben ist oft starken Schwankungen ausgesetzt. Da gibt es Phasen, in denen man sich für den Glauben gar nicht mehr erwärmen kann. Kein Sonnenstrahl, der bis ins Herz vordringt. Stillstand, Einerlei, irgendwo mag auch Gott sein, aber er meldet sich ja nicht. Oder bedeckter Himmel anderer Art: Enttäuschung über die Kirche, Frust über alles, was längst nicht mehr so ist wie früher, Unsicherheit, ob da wirklich noch was trägt.

Das Wetter lehrt uns: Auch nach extrem langen Kälteperioden kommt eines Tages die Sonne zurück. Dessen sind wir uns sicher, das liegt in der Natur der Sache. Darauf bauen wir. Das nährt unsere Hoffnung und unser Durchhaltevermögen.

Diese Zuversicht darf uns auch in unserem Glaubensleben tragen. Gott ist treu. Es liegt in der Natur Gottes, sich immer wieder Wege zu bahnen in unsere Nähe, und er möchte gern mit dem Strahl seiner Liebe unser Herz erreichen.

Wetterfrösche tun den ganzen Tag nichts anderes, als die Wege der Luftströme zu beobachten und ziehen ihre Schlüsse daraus.

Lesen auch wir die Zeichen der Zeit, lassen wir uns nicht entmutigen. Gott verlässt seine Welt und seine Menschen nicht. Nicht im Kleinen und nicht im Großen. Sein Wort in Jesaja 43,19 gilt auch heute noch: Seht her, nun mache ich etwas Neues. Schon kommt es zum Vorschein, merkt ihr es nicht?

Elke Lang, sie ist Gemeindereferentin in der katholischen Seelsorgeeinheit Lautertal