Nellingen Chaos wegen Gewerbegebiet ist ausgeblieben

Nellingen / Ralf Heisele 10.04.2018
Das neue Gewerbegebiet in Nellingen ist fast aufgefüllt. Anwohner hatten im Vorfeld Lärm und Schmutz befürchtet.

Noch in dieser Woche soll das neue Nellinger Gewerbegebiet westlich der Amstetter Straße aufgefüllt sein. „Das von einigen Anwohnern befürchtete Chaos ist ausgeblieben“, freut sich Bürgermeister Franko Kopp. Bei ihm sind während der dreiwöchigen Bauphase auch keine weiteren Beschwerden eingegangen. „Es ist alles sehr gut gelaufen.“ Der Bürgermeister führt dies auf die gute Zusammenarbeit mit der Firma Leonhard Weiss zurück. Deren Kehrfahrzeug ist täglich in der Amstetter Straße unterwegs, vor Ostern wurde sogar die komplette Ortsdurchfahrt gereinigt. Die Firma legte zudem einige Tage eine Pause ein, weil das Wetter zu schlecht war und die Lastwagen die Straßen sonst über Gebühr verschmutzt hätten.

Auf dem künftigen Gewerbegebiet „Amstetter Burren“ ist seit Mitte März Maschinist Reiner Helmut mit seiner Planierraupe zu Gange, um den Höhenunterschied von bis zu drei Metern in Richtung Dorf auszugleichen. Hierfür braucht es 11 000 Kubikmeter Erde. Diese wurde in mehreren Lagen von je 50 bis 70 Zentimetern aufgebracht. Dann kam Helmuts Kollege Tim Persch ins Spiel. Er verdichtete mit seiner großen Walze den Boden, bevor der nächste  Aushub angefahren wurde. „Jetzt fehlen nur noch 70 Zentimeter“, berichtete Reiner Helmut gestern. Bis Ende der Woche soll das 8000 Quadratmeter große Gelände aufgefüllt sein. Der Platz erhält dann eine Schotterschicht. Auch die Böschung muss noch angelegt werden.  

Wenn alles fertig ist, werden rund 1000 Lastwagen mit je zehn bis zwölf Kubikmeter Erdmaterial durch Nellingen und wieder zurückgefahren sein. Die Erde stammt von der Baustelle des geplanten Bahnhofs an der ICE-Strecke bei Merklingen. Dort sucht man händeringend nach Abnehmern für den Aushub.

Wie mehrfach berichtet, ist das Nellinger Gewerbegebiet „Oppinger Grund“ vollständig belegt. Die Gemeinde verfügt kaum noch über Reserven. Deshalb entsteht nun auf dem Gemeindegrundstück  links der Amstetter Straße das neue Gewerbegebiet. Eine Firma aus dem Ort soll schon Interesse an der Fläche haben.

Anwohner der Amstetter Straße hatten sich im Rahmen der öffentlichen Auslegung in einem Brief an den Gemeinderat gewandt. Sie befürchteten aufgrund des erhöhten Verkehrsaufkommens eine Lärmbelästigung und eine Beschädigung der Straße. Ein weiterer Kritikpunkt: Die Straße sei an einigen Stellen zu schmal, sodass die Lastwagen nicht aneinander vorbeifahren könnten. Dies bestätigt Maschinist Helmut zwar. Doch im Bauablauf habe dies nicht gestört: Die Fahrer hätten an den breiteren Stellen auf Sichtkontakt angehalten und den Gegenverkehr vorbeigelassen. Auch sei das Verkehrsaufkommen bei höchstens zehn Lastwagenfuhren in der Stunde überschaubar gewesen, meint der Maschinist.