Kuppel Daniel-Straub-Realschule: Die Kuppel ist drauf

Geislingen an der Steige / JÜRGEN WAHR 30.09.2014
Es ist geschafft: Die neue Lichtkuppel krönt endlich die Geislinger Daniel-Straub-Realschule. Ein 700-Tonnen-Kran hatte die Kuppel auf das Gebäude gehievt. Allerdings waren dafür drei Anläufe nötig.

Die neue Lichtkuppel der Daniel-Straub-Realschule ist am Montag kurz nach 16 Uhr auf dem Dach der Bildungseinrichtung gelandet, genauer: am Kran eingeschwebt. Für die zahlreichen Zuschauer sah es so aus, als ob ein Ufo in den blauen Herbsthimmel schwebte, hochgehievt mit dem 700 Tonnen Monsterkran der Stuttgarter Firma Wiesbauer.

Eigentlich sollte die Glasfaserkonstruktion im zweiten Versuch bereits so gegen 11 Uhr ihren Bestimmungsort erreichen. Die nicht einfache Lastverteilung der 14 Tonnen schweren Konstruktion machte allerdings mehr Probleme als ursprünglich angenommen, am Sonntag war schon der erste Versuch gescheitert.

Höchste Anspannung war Kranführer Günther Mühleck ins Gesicht geschrieben, als die Kuppel in den Himmel schwebte. Er musste mit seinem 280-PS-Kran millimetergenau den Anweisungen von Bauleiter Andreas Wesner folgen, der an der Lichtöffnung die Arbeit dirigierte. Zufrieden und erleichtert war Schwerlastvirtuose Mühleck, als über Funk die Mitteilung kam: "Element sitzt passgenau". Dr. Matthias Pfalz, Geschäftsführer der Firma Fiber-Tech aus Chemnitz, erklärte, die Fertigung dieser architektonisch nicht alltäglichen, glasfaserverstärkten Kunststoffkuppel sei für ihn und seine 60 Mitarbeiter eine Herausforderung gewesen. "Wie das gesamte Gebäude, stehen auch die glasfaserverstärkten Polyester-Platten der Lichtkuppel von ihrer Konstruktionsart her unter Denkmalschutz", erläutert die Leipziger Architektin Dr. Pamela Voigt, die das Projekt leitet.

Die Kuppel mit ihrem "Schwanenhals" - ein Konstruktionsmerkmal, das sich wegen des oberen Balkons etwas abhebt und an den Vogel erinnert - weise unterschiedliche Spannungsbilder auf, weshalb Planung und Herstellung nicht einfach gewesen seien. Doch der Aufwand hat sich gelohnt: Nun lässt die neue Lichtkuppel, die sich 18,5 Meter über dem Atrium erhebt, das einmalige Schulgebäude in neuem Glanz erstrahlen.