Das schöne Wetter zieht Menschen vielerorts an die frische Luft und insbesondere zu beliebten Ausflugszielen. Am letzten Märzwochenende waren am Wasserfall in Bad Urach Horden von Ausflüglern unterwegs, sodass es mit dem Einhalten der Corona-Regeln , vor allem des Kontaktverbots, schwierig wurde. Im Kreis Göppingen, zum Beispiel auf dem Hohenstaufen, verhielt es sich bislang noch im Rahmen des Erlaubten.

Polizei plant Kontrollen an Ausflugszielen im Kreis Göppingen

Doch die Polizei plant am Wochenende wieder intensive Kontrollen in der Region: „Selbstverständlich sind wir überall dort präsent, wo sich Brennpunkte befinden und größere Menschenansammlungen zu erwarten sind“, sagt Jens Rügner, Leiter des Polizeireviers in Geislingen. Dazu zählen das Autal aber auch andere Ausflugsziele wie das Ostlandkreuz und die Ruine Helfenstein oberhalb von Geislingen, die Türkheimer Hütte und Hiltenburg bei Bad Ditzenbach. „Die Polizeipräsenz ist ungemein groß“, ergänzt Jens Rügner, „und daher ist die Wahrscheinlichkeit hoch, erwischt zu werden.“

Kreis Göppingen

Verstoß gegen Kontaktverbot: Bußgeld bis 1000 Euro

Wer im öffentlichen Raum gegen das Kontaktverbot verstößt, zahlt zwischen 100 und 1000 Euro Bußgeld. Die Stadt Geislingen hat dazu einen eigenen Bußgeldkatalog veröffentlicht – beim Erstverstoß sind es 350 Euro. „Wer zum zweiten Mal erwischt wird, bei dem wird das Bußgeld verdoppelt“, ergänzt Jens Rügner.

Geislingens OB Frank Dehmer: Verstöße konsequent ahnden

Der Geislinger Oberbürgermeister Frank Dehmer teilt mit, dass derzeit keine Sperrungen etwa beim Helfenstein oder Geiselstein geplant seien. „Sollte es sich an diesem Wochenende herausstellen, dass dazu Bedarf besteht, dann werden wir das sicher als nächste Stufe auch andenken.“ In Abstimmung mit der Polizei werde man weiterhin verstärkte Kontrollen fahren und konsequent Verstöße ahnden. Sehr viele Geislinger seien sehr diszipliniert, sagt der OB. Sein Appell an alle: „Halten Sie sich an die Maßnahmen aus der Verordnung des Landes – zu Ihrem eigenen und zum Schutz Ihrer Mitmenschen! Je konsequenter wir uns alle daran halten, desto schneller können wir wieder in Richtung Normalisierung unseres täglichen Lebens kommen.“

Uhingen/Süßen/Göppingen

Ein besonders beliebtes Ausflugsziel ist auch das Autal bei Bad Überkingen. Das stellte Bürgermeister Matthias Heim bereits am Wochenende fest. Allerdings würde es sich zumeist um Menschen aus dem Stuttgarter und Esslinger Raum handeln, was ein Blick auf die Kennzeichen der Fahrzeuge vermuten lasse, erklärt der Schultes.

Bürgermeister in Überkingen: „Sperrung nutzt nichts“

Um solche Menschenmassen zu vermeiden, sei es aber wenig sinnvoll, die Wanderwege oder -parkplätze zu sperren. Die Ausflügler würden die Feldwege zuparken. Da die meisten der Wege zur Andienung privater Grundstücke dienen, wäre das schlecht. „Wenn jemand im Stuttgarter oder Esslinger Raum wandern will, hält ihn kein gesperrter Weg ab“, ergänzt Matthias Heim. Stattdessen setze die Gemeinde in Absprache mit der Polizei auf verstärkte Kontrollen.

Filsursprung und Reußenstein: Wiesensteig schließt Sperrung nicht aus

Auf die Kontrollen der Polizei setzen auch die Verantwortlichen der Stadt Wiesensteig. Allerdings schließt Bürgermeister Gebhard Tritschler eine Sperrung von Wanderwegen und -parkplätzen beim Filsursprung oder Reußenstein für die nächste Zeit nicht aus. „Wir werden die Situation und das  Verhalten an diesem Wochenende natürlich genau beobachten und gegebenenfalls in der kommenden Woche die Lage neu bewerten“, teilt Tritschler mit.

Zudem richtet er einen Appell an die Bürger aller Gemeinden in der Region: Sie sollten touristische Hotsports in diesen Corona-Zeiten meiden. „Mit etwas Phantasie und etwas örtlichen Kenntnissen fallen den Leuten sicher schöne kleine Wege ein, sodass sich der Ansturm der Bevölkerung auf eine größere Fläche und eine Vielzahl von Orten verteilt“, hofft er.