Theater Chaos im „Schneetreiben“ in der Jahnhalle

Geislingen / Patricia Jeanette Moser 08.01.2018
Die Laienschauspieler des SV Aufhausen feiern mit ihrem neuen Lustspiel doppelte Premiere in der Jahnhalle.

Der SV Aufhausen präsentierte am Wochenende gleich zweimal in der Geislinger Jahnhalle sein neues Theaterstück „Schneetreiben“.  Den Erlös der Nachmittags­aufführung an Dreikönig vor fast voller Halle spendeten die Schauspieler traditionell der GZ-Aktion „Gemeinsam geht’s besser“. Der SV Aufhausen brachte dabei außer seiner Theatergruppe auch seine Sportakrobaten auf die Bühne. Unter der Leitung von Heinz Kaufmann zeigten die  Kinder und Jugendlichen beeindruckende Leistungen, die mit viel Applaus belohnt wurden. Die musikalische Unterhaltung übernahm an diesem Nachmittag die  Stadtkapelle Geislingen.

Mit dem Theater-Gong ging es dann los.  „Zwei Räume auf einer Bühne darzustellen, war eine Herausforderung“, schilderte später die Regisseurin Sonja Deskar. Doch das gelungene Bühnenbild überzeugte und die Akteure fühlten sich sichtlich wohl auf der Bühne.  Im Mittelpunkt des Geschehens in dem Dreiakter von Georg Ludy  stand der Rezeptionsbereich der Pension „Himmelstörle“ auf der Schwäbischen Alb. Gemeinsam mit der „Seele“ des Hauses, Alwine Scheps (Sabine Rümelin) managt dort die attraktive junge Eva Keck (Denise Allgöwer) den ländlichen Übernachtungsbetrieb im strengen schwäbischen Winter. Die Schauspieler wussten zu überzeugen: Alwine Scheps ist so schräg wie ihr Name vermuten lässt. Sie ist allgegenwärtig und hat stets in ihrer ganz eigenen Sprache und Ausdrucksweise einen Kommentar parat. Alwines Neigung zum Selbstgebrannten setzt ihre Darstellerin Sabine Rümelin vor ständig neue Herausforderungen, denen sie wunderbar gerecht wird.  Gerlinde Nädele (Annette Aigner) tritt als Gattin des Strickwarenfabrikanten Willi Nädele (Sige Weber) auf. Mit Pelzmantel und Pelzkappe mutet sie zunächst spröde und konservativ an. Annette Aigner versteht es bestens, dieser steifen Persönlichkeit zusehends Lockerheit einzuhauchen.

Die Männer im Stück bedienen jedes Klischee, das es hierzu geben kann. Großspurig gibt sich der Strickwarenfabrikant Willi Nädele, um gleich wieder ganz klein zu werden, wenn die Gattin naht. Sige Weber feierte in dieser Rolle erfolgreich sein Debüt auf der Theaterbühne. Die große männliche Freiheit  auf der frostigen Schwäbischen Alb genießen – das ist die Intention der Freunde Udo und Willi. Auch Wenzel Pliefke (Kevin Winter) wird vom Schneetreiben in die Pension „hereingeweht“. Er und  Udo Heidewender (Peter Kaißer) sorgen für so manche Überraschung im Stück.

Manuela Schicker, das IT-Girl, eine Art Stuttgarter Paris Hilton, überzeugt nicht nur mit ihrem Äußeren. Sie darf im Stück alle Männer betören , was ihr mühelos gelingt. Ihren Verlockungen erliegen die Herren nur fast und zum Schluss darf doch noch die Liebe siegen. Die Sünden werden verziehen und das richtige Deckelchen findet zum richtigen Topf.

Die Laiendarsteller verstanden es bestens, die charakterlichen Herausforderungen ihrer Rollen zu erfüllen. Die Spielfreude,  das vielfältige Mienenspiel und das Verwirrspiel des Theaterstücks sorgten für einen kurzweiligen Theaternachmittag. Dass den Darstellern nicht der Text ausging, dafür sorgte Souffleuse Lene Zimmermann, die bis vor Kurzem noch selbst aktiv auf der Bühne stand. Für die Maske zeichnete sich Joachim Dizinger verantwortlich.  Drei ausverkaufte Theateraufführungen gilt es am kommenden Wochenende noch zu bestreiten. Die Laiendarsteller des SV Aufhausen stehen dann im Gemeinschaftshaus in Türkheim auf „heimischer“ Bühne.

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