Dass der Böhmenkircher CDU-Bundestagsabgeordnete Hermann Färber gestern dem Ceta-Abkommen mit Kanada zugestimmt hat, war keine Überraschung. Färber hatte stets auch für das Abkommen mit den USA (TTIP) geworben. Den Anträgen der Grünen und der Linkspartei folgte der Bundestag mit großer Mehrheit nicht. „Ich habe die Anträge von Linken und Grünen abgelehnt, weil beide ein deutsches Nein zu diesem Abkommen fordern“, betont Hermann Färber. „Das halte ich für grundfalsch und verantwortungslos.“ Ceta setze in vielen Bereichen, wie Investitionsschutz aber auch Verbraucherschutz, so hohe und gute neue Standards, wie noch nie vorher in einem internationalen Handelsabkommen. „Auch im Kreis Göppingen lebt unsere Wirtschaft vom Export. Ich bin nicht bereit, die völlig unsachliche Dämonisierung eines sehr guten Abkommens mitzumachen.“

Die Göppinger SPD-Abgeordnete Heike Baehrens hat ebenfalls zugestimmt. Wie sonst, wenn ein Thema in ihrer Partei heftig umstritten ist,  so gab sie auch diesmal eine „persönliche Erklärung“ ab: „Das nun vorliegende Verhandlungsergebnis enthält gegenüber den früheren Fassungen essentielle Verbesserungen, insbesondere die Einführung eines öffentlichen Handelsgerichtshofes statt einer Schiedsgerichtsbarkeit.“ Bei vielen  Regelungen sehe sie  noch weiteren Verhandlungsbedarf. Müsste ich heute über das Freihandelsabkommen mit Kanada abstimmen, ich würde ablehnen“, betonte Baehrens. Gestern sei es aber nicht darum gegangen, über den Vertragstext abzustimmen. „Sondern darüber, ob der Bundeswirtschaftsminister beauftragt wird, im Handelsministerrat der Europäischen Union den nun vorliegenden Vertragsentwurf für Ceta in die parlamentarischen Verfahren, also in die Parlamente zu geben.“ Sie appelliert an ihre Genossen: „Lasst uns gemeinsam die Ziele formulieren, die wir erreichen wollen. Das Schwarz-weiß-denken bezüglich Handelsverträgen ist nicht zweckmäßig.“ Diese seien vielmehr eine zivilisatorische Errungenschaft, die dazu diene, Handelsbeziehungen gestaltbar und verlässlich machen. Sie könnten dazu genutzt werden, bestehende Verhältnisse zu verbessern und gemeinsam Standards anzuheben. Das sei auch das Ziel der SPD.