Mobilitäts-Dienstleistungen an einem Ort bündeln – das ist das Ziel der Mobilitätszentrale, die am 15. Dezember am Bahnhof in Geislingen öffnen soll. Das Reisezentrum der Deutschen Bahn schließt am 1. Dezember. Dann übernimmt Go Ahead das Ruder, künftiger Betreiber der Filstalbahn.

In der neuen Service-Zentrale werden nicht nur Dienstleistungen für Reisende und Pendler angeboten, sondern auch die Koordination der Rufbusse im Kreis Göppingen gebündelt. Die Nachfrage nach Rufbussen steigt nicht nur im Raum Geislingen stetig. Außerdem plant Go Ahead, Carsharing und Bikesharing am Geislinger Bahnhof anzubieten. Das dauert allerdings mindestens bis 2020, man sei noch in der Planungsphase, wie eine Sprecherin der Verkehrsgesellschaft auf Nachfrage mitteilt.

Mit Carsharing Mobilität im Raum Geislingen stärken

In Kooperation mit dem deutschen Carsharing-Start-up mobileeee wolle man insbesondere die Mobilität im ländlichen Raum verbessern und dabei „nicht nur an Schiene oder Bus denken“, heißt es von Go Ahead. In Geislingen ist man laut der Pressesprecherin in der Entwicklung ohnehin schon „einen Schritt weiter“ im Vergleich zu Standorten wie Aalen oder Schwäbisch Gmünd, wo noch „klassische Verkaufsstellen“ eingerichtet sind.

Kreis Göppingen

Doch der Weg zur Mobilitätszentrale war holprig, die organisatorischen Hürden groß: An dem Projekt beteiligen sich das Land, die Nahverkehrsgesellschaft, der Landkreis, der bisherige Betreiber DB Vertrieb und Go Ahead – die sich vertraglich einigen mussten. Und der letzte Schritt diesbezüglich ist noch nicht getan: Der Mietvertrag soll zum 1. Dezember geschlossen werden und die Übernahme durch Go Ahead entsprechend erfolgen, wie das Unternehmen mitteilt.

Neue Service-Schalter am Bahnhof in Geislingen

Im Anschluss muss es schnell gehen: Vor der Eröffnung müssen die Räume grundlegend umgebaut werden, die elektrischen Leitungen neu verlegt sowie sowie Boden und Verkleidung erneuert werden. Dann wird die Mobilitätszentrale mit zwei Schaltern im neuen Design ausgestattet. Derartige „Hau-Ruck-Aktionen“ sei man bereits von den anderen Standorten gewohnt, sagt die Sprecherin.

Auch die Fahrkarten-Automaten am Bahnhof werden durch das „bwegt“-Design ersetzt. Bei der Bedienung ändert sich allerdings nichts. Wer einen Rufbus buchen möchte, kann dies bald auch mit einer App über das Smartphone erledigen.

Mobilitätszentrale in Geislingen ist „Modellprojekt“ im Kreis

Der Landkreis beteiligt sich mit zwei Personalstellen und Sachkosten an dem Projekt. Für die Mobilitätszentralen in Geislingen und Göppingen sind 200 000 Euro im Haushalt eingestellt, das Land gibt Zuschüsse. Der Großteil des Geldes fließt nach Geislingen, erklärt Jörg-Michael Wienecke. Der Leiter des Amts für Mobilität und Verkehrsinfrastruktur im Kreis bezeichnet die neue Zentrale in der Fünftälerstadt als „Modellprojekt“. Ziel sei es, Kunden verlässliche Ansprechpartner, Informationen und vereinfachte Buchungsmöglichkeiten zu bieten.